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Dieses Thema hat 41 Antworten
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hwunderlich Offline




Beiträge: 354

18.05.2017 22:28
#31 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Wie jetzt, na komm

eine solche Aussage in diesem Forum. Tststststs...

Aber jetzt mal im Ernst. Ich kenne im Bereich der ehemaligen Bundesbahn keine derartige Situation,
wo Güterzüge vor einer derartigen "Talfahrt" einer derartigen Bremsbehandlung unterzogen werden
mussten. Das ist, wenn es denn so geregelt war, eine sehr spezielle Situation.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

re-entry Offline



Beiträge: 95

19.05.2017 01:15
#32 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von Fischkopp im Beitrag #27
{Aber erzähl doch mal was zu dem Satellitenbild.}


Das ist schnell erledigt (aber womöglich off topic?): Es handelt sich um den Bahnhof Untersteinach (b Stadtsteinach). Hier zweigt die 4,8 km kurze Lokalbahn nach Stadtsteinach von der Strecke Bamberg-Hof ab. Hauptdaseinsberechtigung der kurzen Strecke war und ist der Abtransport von Schotter. Sie wurde 1913 eröffnet und hat nur von 1943 bis 1956 Personenverkehr gesehen. Bemerkenswert finde ich an Untersteinach die Tatsache, dass die Lokalbahn kein eigenes Bahnhofsgleis hat und direkt aus dem Streckengleis abzweigt. Es wird aber noch besser: Als Abzweigbahnhof an zweigleisiger Strecke kommt er mit einer Bahnsteigkante aus (Hausbahnsteig). Züge der Relation Bamberg-Hof mit Halt in Untersteinach müssen daher ins Gegengleis, um Fahrgastwechsel zu ermöglichen. Weiter erhellendes findet sich unter anderem HIER und HIER.

Beste Grüße
Mathias

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.525

20.05.2017 10:56
#33 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Anbei mal schnell Herbert´s Gleisplan mit WinTrack nachgezeichnet plus 3D-Ansichten.
Die Steigungen liegen bei knapp 3 %!








Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

cargonaut Offline



Beiträge: 64

20.05.2017 11:42
#34 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Hallo Hartmut,

Zitat von hwunderlich im Beitrag #31


Aber jetzt mal im Ernst. Ich kenne im Bereich der ehemaligen Bundesbahn keine derartige Situation,
wo Güterzüge vor einer derartigen "Talfahrt" einer derartigen Bremsbehandlung unterzogen werden
mussten. Das ist, wenn es denn so geregelt war, eine sehr spezielle Situation.


meinst Du die Durchführung der Bremsproben oder die Spezialität, den Zug dafür umsetzen zu müssen? Die Brevo Ril915 verweist ja bereits auf die Notwendigkeit vor Gefällestrecken eine volle Bremsproben durchzuführen. In der Steilstreckenvorschrift 465 werden Bahnhöfe benannt in denen die Durchführung einer volle Bremsprobe vorgeschrieben ist.

https://fahrweg.dbnetze.com/file/fahrweg...rw_465_0001.pdf

Mir fiel spontan Boppard-Emmelshausen und Linz-Kalenborn ein, auf letzter findet auch noch Güterverkehr statt.

Gruß Kai-Nils

Die Kunst eine Lokomotive zu führen kann nur durch jahrelanges Studium, geduldiges Üben und Erfahrung erworben werden.
(The Australian Locomotive Enginedriver's Guide)

HFy Offline



Beiträge: 466

20.05.2017 12:07
#35 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Ist so auch angegeben: 1:33.

Herbert

hwunderlich Offline




Beiträge: 354

20.05.2017 20:13
#36 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

N' Abend Kai-Nils und Rest,

die Strecke über Oberhof ist sicherlich steil im Sinne von grosser Neigung, aber keine Steilstrecke im Sinne
des einschlägigen Regelwerkes.

Auf Hauptbahnen mit entsprechender Neigung (z.B. Spessartrampe Richtung Aschaffenburg) ist in Heigenbrücken
eine Betriebsbremsung durchzuführen. Erst bei nicht ausreichender Bremswirkung muss dann dortselbst eine volle
Bremsprobe erfolgen. Diese Dinge sind ja bekanntlich in der 915 geregelt.

Ich kenne aber keinen Fall (und kann es mir auch für Oberhof wirklich nicht vorstellen), dass dieses Brimborium
auf einer Hauptstrecke im Regelbetrieb so abgehalten wird/werden kann.

Man stelle sich das mal vor: Da kommt der Zug mühsam die Steigung heraufgestampft, muss anhalten, zurücksetzen in
die Betriebsgleisgruppe, volle Bremsprobe und wieder in den laufenden Betrieb einfädeln.
Oder in der Gegenrichtung: Anhalten, als Rangierfahrt in die Betriebsgleisgruppe, volle Bremsprobe, rückwärts
wieder auf's Hauptgleis und dann Weiterfahren... Sorry, aber das halte ich betrieblich für nicht durchführbar.

Bei diesem betrieblichen und personellen Aufwand würde ICH "meinen" Züge eine weiten Bogen um einen solchen Engpass
fahren lassen!!

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

HFy Offline



Beiträge: 466

20.05.2017 21:33
#37 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Walter Grüber, Steilrampen über den Thüringer Wald, Berlin 1983:
"Heute wird in Oberhof wie folgt verfahren: Der von Suhl kommende Güterzug fährt über das Ausfahrsignal hinaus bis in den Tunnel und drückt dann in die Ladestraße zurück. Hier erfolgen die vorgeschriebene Bremsprobe und die Ausfahrt aus der Ladestraße heraus". Das war allerdings in der Zeit von "Staatsgrenze West" und "wir hatten ja nischt anderes ".

Herbert

hwunderlich Offline




Beiträge: 354

20.05.2017 21:52
#38 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

N' Abend Herbert,

danke für die Erleuchtung

Gibt es gesicherte Erkenntnisse darüber, bei wie vielen Zügen am Tag dieser Aufwnd betrieben werden musste??

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

hmmueller Offline



Beiträge: 187

20.05.2017 22:02
#39 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von hwunderlich im Beitrag #36
N' Abend Kai-Nils und Rest,
Man stelle sich das mal vor: Da kommt der Zug mühsam die Steigung heraufgestampft, muss anhalten, zurücksetzen in
die Betriebsgleisgruppe, volle Bremsprobe und wieder in den laufenden Betrieb einfädeln.
Oder in der Gegenrichtung: Anhalten, als Rangierfahrt in die Betriebsgleisgruppe, volle Bremsprobe, rückwärts
wieder auf's Hauptgleis und dann Weiterfahren... Sorry, aber das halte ich betrieblich für nicht durchführbar.
Bei diesem betrieblichen und personellen Aufwand ...



Herbert hat ja im Detail schon geantwortet - aber ganz prinzipiell: was ist an dem, was Du beschreibst, so "nicht durchführbar"? Im Gegenteil, das ist ein vollkommen vernünftiges Verfahren.

Wir sind ja nicht in Zeiten eines ITF oder überhaupt einer Vertaktung, sondern der Personenverkehr lief "nachfrageorientiert" = es gab gerne auch mal Lücken von zwei Stunden untertags, und ab dem mittleren Abend war sowieso nichts mehr los. "Einfädeln" gibt's da nicht - da ist genug Zeit für eine halbe Stunde Betrieb machen. Wenn noch besetzte Endstellwerke da sind, dann geht das mit etwas Fähnchenwinken so schnell wie seit den 1890er Jahren eingeübt - also praktisch kein (zusätzlicher) "betrieblicher Aufwand".

Und der "personelle Aufwand": Ein Güterzug ist mit 2 Mann, bei Dampfbetrieb mit 3 Mann besetzt (Lokführer+Zugführer, evtl. Heizer) - die sind "eh da", kosten also nichts zusätzlich.
So ist bis weit in die 1970er und bis in die 1980er Jahre auf vielen Strecken Betrieb gemacht worden; sogar kleine Bahnhöfe hatten Betriebshelfer (die sich - selbst erlebt - stundenlang mit dem Fdl Witze erzählt haben), betrieblich "wichtige" sowieso; und die Gewerkschaft hat schon drauf geschaut, dass genügend Leute eingeteilt wurden.

Erst ab so 1980 hat sich m.W. der Wind gedreht ... politisch (wollen wir weiter eine "Versorgungsbahn"?), technisch (Fernsteuerungen wurden Standard) und kommerziell (die Beschränkungen für den LKW-Verkehr sind spätestens mit den EU-Erweiterungen alle gefallen ...) - ab dort "fühlen sich Deine Einwände passend an" ...

H.M.

hwunderlich Offline




Beiträge: 354

20.05.2017 23:01
#40 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Hallo H.M.,

Deine Erläuterungen sind durchaus einleuchtend. Insbesondere das benötigte Personal war ja eh anwesend...

Aber wir reden hier nicht über irgendeine Bimmelbahn im thüringer Hinterwald sondern über eine Hauptstrecke
der DR, die vor 1945 zweigleisig betrieben wurde... Also denke ich schon, dass hier mehr als ein Zug am Tag
langgefahren ist.

Ob ein solches Verfahren sinnvoll ist sei mal dahingestellt. Betrieblich ist die Veranstaltung aber mit Rangieren
in den Tunnel hinein ohne Funk etc. auch nicht so ganz ohne.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Pfalzbahn Online




Beiträge: 1.525

21.05.2017 09:37
#41 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von hwunderlich im Beitrag #38
Gibt es gesicherte Erkenntnisse darüber, bei wie vielen Zügen am Tag dieser Aufwnd betrieben werden musste??

Verkehr 1938:
FD 8/7 Berlin-Erfurt-Stuttgart-Schaffhausen-Zürich-Mailand-Ventimiglia. Dieser Zug führte Wagen der schweizer und italienischen Bahnen und gilt als Leckerbissen für den Eisenbahnfreund
D 14/13 Berlin-Erfurt-Stuttgart-Schaffhausen-Zürich-Mailand mit Kurswagen nach Heidelberg-Saarbrücken und Konstanz
D 114/113 Berlin-Erfurt-Stuttgart
D 10/9 Berlin-Erfurt-Stuttgart-Konstanz
D 12/11 Berlin-Erfurt-Stuttgart mit Kurswagen nach Heidelberg-Saarbrücken und Tübingen
D 16/15 Berlin-Erfurt-Stuttgart mit Kurswagen nach Bad Kissingen und Bad Mergentheim
Außerdem verkehrten:
E 54/53 Erfurt-Meiningen-Schweinfurt-Würzburg
E 56/55 Erfurt-Meiningen-Schweinfurt-Würzburg
2 Personenzugpaare Erfurt-Meiningen-Schweinfurt
5 Personenzugpaare Erfurt-Meiningen

Es war beabsichtigt, die Verbindung durch ein Schnelltriebwagenpaar (Fdt) Berlin-Stuttgart zu erweitern. Versuchsfahrten haben stattgefunden, aber weiter soll es nicht mehr kommen, denn ein Jahr später began der Zweite Weltkrieg.

Das Güterkursbuch von 1938 weist zwei Eilgüterzüge im von Neudietendorf nach Kornwestheim auf.
Insgesamt verkehrten 12 Durchgangsgüterzüge zwischen Erfurt-Neudietendorf und Grimmenthal.

Aus "Steilrampen über den Thüringer Wald"

In Oberhof war auch grundsätzlich Wasserhalt, dort gab es das weicheste Wasser.

Edit: Fahrplan 1939

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

hmmueller Offline



Beiträge: 187

22.05.2017 09:10
#42 RE: Schiebung in der Wohnung antworten

Zitat von hwunderlich im Beitrag #40

Aber wir reden hier nicht über irgendeine Bimmelbahn im thüringer Hinterwald sondern über eine Hauptstrecke
der DR, die vor 1945 zweigleisig betrieben wurde... Also denke ich schon, dass hier mehr als ein Zug am Tag
langgefahren ist.



Mehr als ein Zug sicher; aber wenn ich an solche zweigleisigen Hauptstrecken wie die österreichische Franz-Josefsbahn (die aber überhaupt keine Gebirgsbahn ist - ich erwähne sie nur wegen der Zugfrequenzen) denke, dann war da schon auch für einige Verschiebereien mehr Platz. Mir kam Deine Aussage nur etwas "zu apodiktisch vor" - so als wäre das auf keiner Hauptstrecke möglich gewesen; aber gerade die über Berge hinweg haben oft eine viel geringere Frequenz als die im Flachland.
Aber ja, man muss jeden Einzelfall getrennt betrachten ...

H.M.

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