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Dieses Thema hat 22 Antworten
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 II.6. Planungsdetails unabhängig vom Gesamtplan
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Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

02.05.2017 19:01
Friedrichshütte (Herdorf) Antworten

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag Freien Grunder Eisenbahn
Zitat von Gilpin im Beitrag Freien Grunder Eisenbahn
wenn man bei Wikipedia "Friedrichshütte (Herdorf)" eingibt, erscheint u.a. ein Foto mit zumindest 2 Schüttgut-Selbstentladewagen.


Quelle Wikipedia

Gilpin hatte in einem anderen Thread die Friedrichshütte ins Spiel gebracht !
Von der Größe her scheint sie mir sehr modellbahngeeignet.

Weiß jemand etwas mehr? Gleisplan etc.? Die Links bei Wikipedia führen ins Leere.

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

02.05.2017 20:12
#2 RE: Friedrichshütte (Herdorf) Antworten

N' Abend Hubert und Rest,

da muss ich mal diverse Unterlagen sichten. Zumindest einen Gleisplan und etwas über die Produktionsmengen
sollte sich finden lassen.

Kann aber einen Moment dauern...

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

02.05.2017 22:45
#3 RE: Friedrichshütte (Herdorf) => Erste Informationen Antworten

N' Abend,

Heinrich Daniel Friedrich Schneider gründete die Friedrichshütte zu Herdorf Ende der 1860er Jahre, die
Grundsteinlegung erfolgte 1871, also neun Jahre nach Eröffnung der über Herdorf führenden Köln-Giessener-Eisenbahn.
In Betrieb ging die Hütte dann 1874. Genauer gesagt wurde der erste Hochofen am 14. Februar 1874 angeblasen.
Der zweite Ofwn folgte dann am 20. Juni 1883.

Nach dem Tod von H.D.F. Schneider wurde von seinen Erben die "Bergbau- und Hütten-Actien-Gesellschaft Friedrichshütte"
aus der Taufe gehoben. Am 3. März 1900 wurde der Betrieb durch Zukauf des Siemens-Martin Stahlwerks Carl Stein in
Wehbach mit seinem angeschlossenen Blechwalzwerk erweitert.

Im Jahr 1928 betrug die Jahresproduktion rd. 100.000t.

Wegen Koksmangel kam der Betrieb Ende 1944 zum Erliegen. Erst im Jahr 1948 lief die Produktion wieder an, um dann 1949
wieder voll in Betrieb zu gehen. 1954 wurden wieder 114.000t Roheisen erzeugt.

Der Niedergang kam in den 1960er Jahren schnell. Mit Schliessung der letzten im Siegerland fördernden Gruben San Fernando,
Füsseberg und Pfannenberger Einigkeit bis 1965 verlor die Friedrichshütte die heimische Erzbasis. Wegen fehlender
Rentabilität beendete am 30. August 1968 als letzter produzierender Ofen in Herddorf der Hochofen II seine letzte Reise...

Soviel in geraffter Form zur Geschichte der Friedrichshütte Herdorf, aber diese Daten findet man auch alle im Link, den
Gilpin zu Tage gefördert hat.

Fahrzeuge und Gleisplanschema folgen in den nächsten Tagen in diesem Strang

Edit musste den Text nochmal Sinn füllend anpassen

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Gilpin Offline




Beiträge: 1.455

02.05.2017 23:02
#4 RE: Friedrichshütte (Herdorf) Antworten

Hi Alle,

das:

Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #1
Gilpin hatte in einem anderen Thread die ... Friedrichshütte ... ins Spiel gebracht
- das ist ja schon zu viel der Ehre, das war schon der Hartmut selbst!

Ich habe ein wenig geschluckt, dass sie Dir, Hubert, als
Zitat von Pfalzbahn im Beitrag #1
Von der Größe her .. sehr modellbahngeeignet
erscheint. Aber ja, das ist wohl eine Frage des Ausschnitts: eine Rangieranlage mit den tollen Industrieanlagen als Halbrelief im Hintergrund, das hätte 'was - fast schon auf überschaubarem Raum!

Zur Hütte selbst fällt wir gerade auch nichts ein - die weitere Erforschung der vermutlich zweiachsigen Selbstentladewagen ist ja auch noch so ein Thema...

Glückauf,
Reiner

Während ich so tippte, fiel Hartmut durchaus etwas ein - sagt mir gerade die Edith!

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

03.05.2017 11:12
#5 Fahrzeuge der Friedrichshütte (Herdorf) I Antworten

Moinsen,

es ist davon auszugehen, dass die Friedrichshütte recht früh eine eigene Werkslok besass.

Die erste belegbare Lok war ein B-Kuppler aus Jungenthal: Jung, 982/1906, B n2t.

Im Jahr 1913 kam lieferte Jung unter der Fabriknummer 1919/1913 eine C n2t vom Jung'schen
Fabriktyp Pudel nach Herdorf, der im Jahr 1916 eine Baugleiche Lok folgte (2357/1916).
Die 1919 war bis 1964, die 2357 bis zur Werksstillegung 1968 im Einsatz.

Noch 1961 beschaffte die Friedrichshütte eine 440Ps starke, C-gekuppelte Diesellok von
Krupp, Fabriknummer 4134. Diese Lok wurde 1968 an Hoesch, Werk Eichen verkauft.

Im nächten Teil werde ich den Wagenpark der Friedrichshütte beleuchten. Da kommen wir
dann auch zu den diversen dort für verschiedene Zwecke vorhandenen Selbstentladern.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

03.05.2017 16:51
#6 Fahrzeuge der Friedrichshütte (Herdorf) II Antworten

Hello Again

hier kommen jetzt ein paar Informationen zum Wagenpark der Friedrichshütte.

Die FH beschaffte bis zum Beginn der 1920er Jahre über 20 Selbstentladewagen für ihre internen und externen Zwecke.

Löttgers/Moll/Reuter/Trippe haben die wenigen verfügbaren Unterlagen gesichtet, (alle) meine Ausarbeitungen in
diesem Strang basieren auf dieser Veröffentlichung: "Die Freien Grunder Eisenbahn" der vorgenannten Herren.

Eine Aufstellung aus dem Jahr 1948 konnte ausgewertet werden und ergibt das folgende Bild:

1(II) - 3(II):dreiachsige Seitenentlader für 30 Tonnen Ladegewicht, Baujahr 1921

5 - 16: zweiachsige Trichterwagen für 15 Tonnen Ladegewicht, Baujahre vor 1913

17 - 20: zweiachsige Trichterwagen für 20 Tonnen Ladegewicht, Baujahr 1913

21 - 23: dreiachsige Seitenentlader für 30 Tonnen Ladegewicht, Baujahr 1921

Die Trichterwagen fuhren auch auf der FGE zu den Anschlüssen Pfannenberg und Bautenberg; ein nicht immer einfaches
Unterfangen, da die kurzen Achsstände der "Wägelchen" von 2,5m resp. 3,0m lauftechnisch eigentlich nicht für den
Streckeneinsatz geeignet waren. Nach diversen Problemen wurden der Friedrichshütte(!!) von der RBD Frnkfurt (M)
im Jahr 1942 sechs Om-Wagen fest zugewiesen, die als Pendelwagen zwischen Herdorf und Pfannenberg zum Einsatz kamen.

Die dreiachsigen Seitenentlader mit Sattelboden hingegen wurden innerhalb des Bahnhofs Herdorf zwischen dem Anschluss
der FH und der sich am gegenüberliegenden Bahnhofsende des Bahnhofs Herdorf gelegenen Verladerampe der Sottersbacher Grubenbahn
eingesetzt. Hier wurden die Erze der im Sottersbachtal oberhalb Herdorfs gelegenen Grube San Fernando von der ca. 2,5km langen,
schmalspurigen (785mm) Sottersbachtalbahn in die Wagen der FH umgeladen. Diese wurden dann von der Staatsbahn einmal quer durch
den Bahnhof Herdorf zum Anschluss der FH gebracht.

Die beiden auf dem in #1 verlinkten Foto gezeigten Wagen sind vermutlich zwei dieser Trichterwagen (5-20). Darauf lassen zum einen
der kurze Achsstand und, nach intensiven Bildvergleichen, die von den Seitenentladern deutlich abweichende Seitenwänden schliessen.

Bei den letzten Wagenbeschaffungen der FH handelte es sich im Dezember 1961 um vier 4-achsige OOtz 43, die von der DB kamen und unter
den Nummern 13(II), 16(II), 18(II) und 19(II) geführt wurden. Ursprünglich für den Pendelverkehr im Bahnhof Herdorf beschafft, wurden
diese Wagen ab 1962 (Förderungseinstellung auf San Fernando, damit Wegfall des Erzpendels in Herdorf) auch zwischen Herdorf und
Biersdorf (Grube Füsseberg) eingesetzt.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

03.05.2017 21:00
#7 Gleisplan der Friedrichshütte (Herdorf) Antworten

N' Abend Allerseits,

ich bin ja noch das Gleisplanschema der Friedrichshütte in Herdorf schuldig.

Tja Freunde, da ist leider nichts zu machen ...

Zumindest gibt es keinen genauen Gleisplan der Hütte mehr... Mein Vater wird in seinem Fundus
mal diverse Messtischblätter durchsehen, ob man da etwas herauslesen kann; dauert aber eine Weile.

Aus den mir vorliegenden Gleisplänen der DB und der FGE habe ich zumindest die Anschlußsituation
der FH nachvollziehen und in dieses Schema gegossen:



Schwarze Gleise sind DB, rote Gleise FGE und blau die "bekannten" Gleise der Hütte.

Sicher ist die Anzahl der Gleise (vier) des Entladebunkers; hier gibt ein Foto aus den 1920er Jahren, welches
den Bau desselben zeigt.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

05.05.2017 17:07
#8 RE: Gleisplan der Friedrichshütte (Herdorf) Antworten

Hallo Hartmut,

erst mal Danke für deine Mühe!
Leider gibt das FGE Büchlein von Schäfer bzgl. Trichterwagen wenig her.
Erz IIId gab ja anscheinend auch in Bautenberg.

Grüße Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

05.05.2017 17:53
#9 RE: Gleisplan der Friedrichshütte (Herdorf) Antworten

N' Abend Hubert und Rest,

auf Bautenberg war 1942 definitv Schicht im Schacht und bis dahin sind nur Om und Verwandte belegt!

Von daher keine Erz Id, IId oder IIId auf Bautenberg. Zum Einsatz dieser Wagen auf Pfannenberg hatte
ich weiter oben resp. in den anderen Strängen zum Thema etwas ausgeführt.

Zu den Wagen der FH ist die Dokumentationslage eh sehr dürftig... Da gibt keine der bekannten Veröffentlichung
detaillierte Informationen her. Am "tiefsten" gehen da die Ausführungen von Löttgers/Moll/Reuter/Trippe. Aber
selbst dort wird im Rahmen der Arbeit zur FGE dieses Kapitel nur "angekratzt".

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Gilpin Offline




Beiträge: 1.455

11.05.2017 18:22
#10 RE: Fahrzeuge der Friedrichshütte (Herdorf) II Antworten

Hello to you too,

dass ich erst jetzt damit komme: warum vermutest Du, dass die beiden Waggons, die ich spontan "Schüttgut-Selbstentladewagen" genannt habe,

Zitat von hwunderlich im Beitrag #6
zwei dieser Trichterwagen (5-20)
sind? Klar habe ich verstanden:
Zitat von hwunderlich im Beitrag #6
Darauf lassen zum einen der kurze Achsstand und, nach intensiven Bildvergleichen, die von den Seitenentladern deutlich abweichende Seitenwänden schliessen.
Ich bin nur irritiert, weil diese Trichter (siehe Carstens Bd. 4, S. 6 ff.) sonst gut zu erkennen und im Bild eigentlich eher Seitenwandklappen zu sehen sind. Zweiachser sind das wohl, aber Achsstände von drei und weniger Metern?

Gibt es in der Dir zur Verfügung stehenden Literatur einen Hinweis auf den Öffnungs- und Schließmechanismus der unterschiedlichen Wagentypen? Diese glatten Wände laden einen doch ein, sich an einem Erstlingswerk zu versuchen, wenn auch vielleicht nicht in N...

Mit freundlichem Gruß,
Reiner

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

11.05.2017 20:14
#11 RE: Fahrzeuge der Friedrichshütte (Herdorf) II Antworten

N' Abend Reiner und auch Allerseits,

nee, zu den Trichterwagen der FH gibt's ausser wenigen, meist unscharfen, Bildern rein gar nichts...
Bekannt sind hier lediglich die ungefähre Anzahl und die problematischen, kurzen Radstände.

Von den bei Ermert in Betzdorf gebauten 6 belegten Dreiachsern gibt es bei Löttgers/Moll/Reuter/Trippe wenigstens
ein Werkfoto. Aber ansonsten gilt auch bei diesen Wagen: Viel Schatten, wenig Licht...

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Gilpin Offline




Beiträge: 1.455

13.05.2017 22:36
#12 RE: Fahrzeuge der Friedrichshütte (Herdorf) II Antworten

Hello again, it's me,

ich muss mal nachfragen, ob ich die Zwecke der diversen Waggons verstehe:

- die Om bringen Kohle, weil das Siegerland davon wenig bis nichts hatte,
- die Selbstentladewagen (Sattelwagen mit Seitenklappen, so mein momentanes Verständnis) bringen Erz vom anderen Ende des Bahnhofs daher, weil die Hütte nicht unmittelbar damit beliefert wurde. Fein: womit wurden die Produkte der Hütte abgefahren? Da hätte ich schon eine Idee, bloß sehe ich davon nichts in der Abbildung...

Und - was war der spezifische Zweck der bahninternen OOtz43? Verstanden: sie wurden

Zitat von hwunderlich im Beitrag #6
Ursprünglich für den Pendelverkehr im Bahnhof Herdorf beschafft, (dann) wurden (aber) diese Wagen ab 1962 ... auch zwischen Herdorf und
Biersdorf (Grube Füsseberg) eingesetzt.
Wozu?

Ich bin leicht verwirrt,
Reiner

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

14.05.2017 07:45
#13 Fahrzeugeinsatz der FH Antworten

Dzien dobry,

ja Reiner, das siehst Du richtig: Die Sattelboden-Selbstentlader fuhren nur im Bahnhof Herdorf hin und her.

Die Trichterwagen fuhren auch auf der FGE.

Erze aus dem Einzugsgebiet der FGE wurden überwiegend in Om abgefahren, nur das Erz für die FH "reiste" teilweise
in den Wagen der FH.

Die OOtz der FH fuhren ab 1962 nach Biersdorf, da es in Herdorf nach der Schliessung der Grube San Fernando nichts
mehr "zu pendeln" gab. Füsseberg in Biersdorf förderte bis 1965.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

14.05.2017 11:38
#14 RE: Fahrzeugeinsatz der FH Antworten

Moinsen,

ich nochmal:

Die FH hatte in Herdorf keine Weiterverarbeitung. Es gibt Bilder von G. Moll, die zeigen grosse Stapel
Masseln. Ich gehe davon aus, dass diese ebenfalls in den omnipräsenten Om zum Kunden gelangten.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Gilpin Offline




Beiträge: 1.455

20.05.2017 22:05
#15 RE: Fahrzeugeinsatz der FH Antworten

Hi Alle,

ein weiteres Foto der Hütte findet sich hier: http://www.kreis-altenkirchen.de/INTERNE...at=&kuo=2&sub=0

(In den Miniaturansichten die zweite von links.) Fast die gleiche Perspektive, aber ohne bahneigene Wagen.

Mit freundlichem Gruß,
Reiner

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