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Dieses Thema hat 3 Antworten
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fgee Offline



Beiträge: 118

05.11.2008 20:21
Seldwyla - Evolution des Konzepts antworten

Von Seldwyla nach Obertupfingen: Viel Betrieb auf 1.25m2



Dies ist das Kernstück von Seldwyla, meiner Spur N Anlage. Mit dem Bau begann ich 1991. Seit 1995 findet mit einer provisorischen Elektrik ein "ausgedehnter Testbetrieb" statt... Im grossen und Ganzen hat sich der Gleisplan, das Betriebskonzept und die bauliche Ausführung bewährt. Die Anlage macht immer noch grossen Spass, auch wenn die Landschaft immer noch nicht fertig ist.

Die Abmessungen sind 236x52cm bei 43cm Höhe. Der Minimalradius ist 230mm (auch für Spur N arg knapp), die Maximalsteigung (fast auf der ganzen Strecke) beträgt 4.2%. Das ergibt einen Etagenabstand von 60mm im Wendel. Dies sind sehr scharfe bauchliche Vorgaben, aber mehr Platz war damals einfach nicht vorhanden. Die Alternative hätte "keine Anlage" gelautet - und das kann's ja wohl nicht sein. Trotz der ziemlich krassen Eckwerte "funktioniert" das Konzept, weil die Steilrampen, die Radien und die Nutzlängen der Bahnhöfe zusammenpassen mit den kurzen Zügen meiner Nebenbahn. Personenzüge bestehen i.d.R. aus drei Vierachsern - entweder plus Lok, oder aber inkl. Triebwagen.



Zum Gleisplan: Zuunterst liegt der Fiddle Yard Seldwyla. Er ist nicht nur Fiddle Yard, sondern auch Kopfbahnhof. Die drei kurzen Gleise links sind das Lokdepot. Seldwyla - einen fiktiven Ort aus der Schweizer Volksliteratur - habe ich irgendwo in den Voralpen angesiedelt. Die Strecke ist eine normalspurige Nebenbahn, die von der SBB betrieben wird, und die das regionale Zentrum Seldwyla mit dem kleinen Kurort Obertupfingen verbindet. Wegen der grossen Steigungen (42 o/oo) müssen auch für kurze Züge schwere Loks eingesetzt werden.

Wegen der schlechten Strasse wird der Güterverkehr hauptsächlich mit der Bahn abgewickelt. So wird die Supermarkt-Filiale "Migros" in Obertupfingen regelmässig mit ein bis zwei Güterwagen bedient, damit für Nachschub gesorgt ist.

Auf dem Weg nach Obertupfingen führt die Reise durch ein ausgedehntes Waldstück. Dort befindet sich ein Anschlussgleis, welches für die Holzwirtschaft verwendet wird. Das Gleis kann jedoch nur bei Bergfahrt bedient werden, was bei der Betriebsplanung einige Voraussicht erfordert.

Die Streckenlänge beträgt 16m oder 2.5 Modell-km. Das ergibt bei 80km/h zwei Minuten Fahrzeit.

Die 1 1/2-gängigen Wendel haben den Zweck, zwischen Tunnel-Ein- und -Ausgang eine vernünftige Höhendifferenz zu erreichen. Das kommt der Optik sehr zugute. Die Definition von Obertupfingen als "Kurort" erlaubt das Führen von direkten Zügen oder direkten Wagen von der grossen weiten Welt bis nach Obertupfingen.

In der mittleren Etage ist ein Anschlussgleis für Holzverlad. In neuerer Zeit denke ich über einen zusätzlichen Haltepunkt "Holzverlad" nach.



In Obertupfingen gibt es nur die nötigsten Gleisanlagen: Ein Umsetzgleis, Schuppengleis, Freiverladegleis/Getreideverlad und einen Anschliesser. Erst später kam noch ein weiterer Anschliesser (die Brennstoffhandlung) hinzu. Dieses Gleis erhöht den Spielwitz beträchtlich, weil für die Bedienungung das Umsetzen der Lok erforderlich ist. Rangiert wird mit der Streckenlok des Güterzugs.

Felix

(Fortsetzung folgt)

fgee Offline



Beiträge: 118

05.11.2008 20:41
#2 Seldwyla - Evolution des Konzepts antworten

Mehr Platz: Evolution



Im Jahr 2000 bezogen wir das Eigenheim. 2001 hat mich ein Freund ermutigt, an der Anlage eine Modulschnittstelle anzubringen. Es drängte sich auf, die Gleisharfe zumindest teilweise nach rechts zu verlängern. Damit ich den interessanten Kopfbahnhof weiter nutzen kann, brauchte ich noch eine Verbindung von recht her kommend in den Kopfbahnhof: Die Verbindungslinie (VL) am hinteren Anlagenrand. Resultat ist eine Kehrschleife.


Klicken für grosses Bild

Bald darauf merkte ich, dass die Erweiterung für sich allein rein gar nichts bringt. Eine zweite Kehrschleife musste her!



Dann ergibt sich ein eingleisiger Hundeknochen. Von Bertupfingen her kommend, kann der ganze Hundeknochen einmal umrundet werden und dann der Kopfbahnhof angefahren werden. So ist immer noch Punkt-zu-Punkt-Verkehr möglich. Ausserdem ermöglicht die modulare Bauweise das Einfügen weiterer Streckenmodule, je nach Baufortschritt. Inzwischen sind schon viele Module entstanden, wie auf dem Foto zu sehen ist. Der Endausbau sieht so aus:



(gelb = im Bau; grün = fertig; weiss = in Planung)

Die Bahnhöfe heissen:

Obertupfingen
Seldwyla (Fiddle Yard)
Seldwyla Durchgangsbahnhof
Waldikon
Nebenwil
Ferndorf (Schattenbahnhof in der Kehrschleife)

Und der Betrieb?

(Vorbemerkung: Nach Fahrplan fahre ich bis heute nicht. Ich habe nicht den Nerv, nach der Uhr zu fahren. Vielleicht fahre ich irgendwann mal nach Fahrplan aber ohne Uhr.)

Seldwyla Kopfbahnhof ist das betriebliche Zentrum geblieben. In der Praxis zeigt sich jedoch eine Abwertung von Obertupfingen: Dies ist nun offensichtlich kein Kurort mehr, da sich keine Kurswagen mehr dorthin verirren. Nur kurze Nahverkehrszüge und der Nahgüterzug bedienen die Stichstrecke nach wie vor.

Wegen der grösseren Möglichkeiten spielt sich heute der Hauptteil des Betriebes zwischen Seldwyla Kopf und Ferndorf ab. Dazwischen liegt Nebenwil, wo regelmässig Zugskreuzungen stattfinden. Ausserdem ist ein recht hohes Güteraufkommen zu bewältigen.



Kurz: Nebenwil hat Obertupfingen ziemlich den Rang abgelaufen. Oft merke ich irgendwann, dass ich da oben ja auch noch einen interessanten Bahnhof habe und dann schicke ich mal wieder einen Zug da hoch.

Ausserdem fahren relativ wenige Züge durch Seldwyla Durchgang. Die beiden Anschlussgleise daselbst werden praktisch nie bedient - ich vergesse sie schlicht und einfach. Auch die beiden Kieswerkgleise (innerhalb des Gleiswendelmoduls, unten rechts im Plan) fahre ich fast nie an.

Der Betrieb findet somit vor allem auf der Strecke Ferndorf-Nebenwil-Seldwyla statt (Waldikon existiert erst als ganz kleines Kaff namens Kleinikon), sowie - etwas eingeschränkt - auf der Strecke Seldwyla-Obertupfingen. Dies ist der heutige Ist-Zustand.

Felix

(Fortsetzung folgt)

fgee Offline



Beiträge: 118

05.11.2008 20:56
#3 Seldwyla - Evolution des Konzepts antworten
Optimierung der Evolution

Beim Durcharbeiten des MAD-eBooks habe ich mich erinnert, dass ich die genannten Gleise kaum verwende. Und endlich ist mir aufgegangen warum: Es gibt keine Züge, die diese Gleise bedienen können! Warum? Weil sie keinen Ausgangspunkt haben!
- Die Anschliesser bei Seldwyla Durchgang müssten von Obertupfingen her bedient werden; Güterzüge von da sind aber zu kurz.
- Das Kieswerk kann nicht gut zusammen mit den übrigen Güterkunden von Nebenwil aus bedient werden; Nebenwil ist auch so schon sehr gut ausgelastet.
Ich brauche einen zusätzlichen Schattenbahnhof bzw. Fiddle Yard!

Ich habe versucht, ähnlich wie OOK bei der BAE, mein Eisenbahnnetz zu "linearisieren". Das war gar nicht so einfach. Wie linearisiert man eine Kehrschleife? Es hat dann doch geklappt (siehe Bild im Anhang).

Das hat geändert:
- Zwischen Seldwyla und Obertupfingen liegt der Haltepunkt "Holzverlad" - eine Option für die Zukunft.
- Seldwyla Durchgang wurde umbenannt in "Seldwyla Ost".
- Die vier Abstellgleise neben dem Lokdepot von Seldwyla wurden verselbständigt und ergeben nun den Fiddle Yard "Seldwyla Nord". Damit der Grabbelbahnhof seine Aufgabe besser erfüllen kann, werde ich nördlich der bestehenden Gleise ein zusätzliches Gleis 19 mit 125cm Nutzlänge hinzufügen.

Damit wird es möglich sein, Züge in Seldwyla Nord zu starten. Diese können Seldwyla Ost bedienen und auch zusätzlichen Verkehr nach Nebenwil (Kieswerk) bringen.

Ich bin einerseits positiv überrascht, dass die bauliche Lösung meines betrieblichen Problems in einem einzigen zusätzlichen Gleis besteht.

Anderseits bin ich auch etwas verunsichert: Sowohl Seldwyla (vorne, nach links angebunden) als auch Seldwyla Nord (hinten, nach rechts angebunden) können Züge zur Strecke nach Nebenwil schicken. Nun studiere ich an Umlaufplänen, die aus allen Bahnhöfen ein abgerundetes Ganzes machen. *grübel*

Felix

Angefügte Bilder:
LinearisierungDerStrecken.gif  
OOK Offline




Beiträge: 3.501

06.11.2008 18:36
#4 RE: Seldwyla - Evolution des Konzepts antworten

Hallo Felix,
ich komme gerade aus Köln von der Ausstellung "Modellbahn" zurück und bin etwas groggy. Daher werde ich erst etwas später, möglicherweise morgen, auf deine Postings eingehen können. Aber schonmal vorab für das Einstellen deiner Pläne und Überlegungen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

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