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Modellbahnanlagen
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für vorbildgerechten Modellbahnbetrieb

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Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 1.218 mal aufgerufen
 XI.1. Sammelgleis
Seiten 1 | 2
Gilpin Offline




Beiträge: 1.295

04.03.2017 22:55
Kindereisenbahn antworten

Hi Alle,

mal ein ganz anderes Thema: in meiner (und meiner Frau) engeren Bekanntschaft gibt es ein befreundetes Ehepaar samt Filius, 4 Jahre alt. Natürlich denkt niemand an die erste (Modell-... - aber genau darüber müssen wir reden)Eisenbahn für den Knaben (außer mir). Ich hatte meine erste Bahn im Alter von fünf, ein Oval auf einer Platte, Märklin Blechgleise, Märklin 3000 / 89.0 plus Kühlwagen und Feldbahnlore in rot. Meine Oma stellte noch einen Blumenstock in die Mitte, wohl um den Kreis optisch aufzubrechen. War schön und wär doch schön!

Nun hat die junge Familie ein etwas blödes Haus, mit allerhand kubikmeterfressenden Gängen, sodass für eine kindgerechte Modellbahn genau das bliebe: eine Fläche von 3 x 2 m. Das ist ja nicht wenig für einen Fünfjährigen mit seiner überschaubaren Reichweite.

Meine Frage: was nun? Ich bin da der "Onkel Reiner", so meine Gattin, der "Leiner", so das Kind. Ich werf' mich da gern in die Bresche, nur – womit? Ich hatte da eigentlich eine klare Idee: ein Oval auf einem Brett... – Ihr habt's erfasst. Nur: mein Oval sollte einen gewissen operationalen Sinn machen, mit einem Bahnhof und einem oder zwei Anschließern. Nun hat mich aber der Messebericht in der Frankfurter Allg. Sonntagszeitung (die sich von der FAZ durchaus unterscheidet) irritiert: "Analoges Spielzeug aller Art fasziniert Kinder ... nach wie vor. ... Fähigkeiten wie Feinmotorik und räumliches Denken entwickeln sich am besten spielerisch im Umgang mit realen Gegenständen. Und Kreativität..."(FASoZ, 26.02.2017, S.54) Da beginnt mein Dilemma: schenke ich eine Anlage, die ich gestaltet habe – ganz grob, kindgerecht, ab er eben sinnvoll, also mit regionaler Identität und herausfordernden Rangierpuzzles – oder einfach eine Startpackung eines großen Herstellers? Noch eines vorab: die Familie wohnt in der Gegend von Ingolstadt.

Also:
- AdW, rechteckige Platte, Minimodule zum zusammenfügen oder einfach Schienen?
- Welcher Bahnanschluss – Audi?
- ICE-Strecke/Hauptbahn oder was? Eng damit verwandt: Oberleitung?
Gegeben scheint mir:
- Epoche 6, aktuell erfahrbare Bahn
- Region Ingolstadt und drum herum
- Keine Kinderbahn á la my world, aber H0

Wir haben etwas Zeit – gibt's Rat bis dahin?

Mit freundlichem Gruß,
Onkel Leiner

Fischkopp Offline




Beiträge: 409

04.03.2017 23:30
#2 RE: Kindereisenbahn antworten

Also ich als jemand,
dem seine Kindheit noch relativ nah ist,
würde schon mal Folgendes festhalten:
Geh mit dem Jungen zur richtigen Eisenbahn. Ingolstadt Hbf bietet sich da doch super an, sogar
mit Ablaufberg und Audis...
Ich fand es immer super, etwas, das ich gerade gesehen hatte, zu Hause nach zu bauen oder zu spielen.
Versucht daß, was er an Spielzeug hoffentlich schon hat, Lego u.ä., mit ein zu binden.
Das fördert natürlich die Kreativität, allerdings identifiziert man sich auch mit seinem "Bestandsspielzeug"
sehr und ist stolz drauf, wenn es sich in einer neuen Spielsituation bewährt.
Und Du brauchst einen Kran. Kräne sind der Hammer. Bei den Modultreffen meines "Heimatvereins" scharen sich die Kinder
zwischen 5 und 15, wenn sie gerade keinen Buchfahrplan in der Hand haben, immer um das Modul mit den Märklin-Kränen.
Kann man ja auch Autos mit verladen...

Grüße vom Spielkind,
Alex

Helko Offline




Beiträge: 315

05.03.2017 09:12
#3 RE: Kindereisenbahn antworten

Es ist am Anfang immer die Frage, ob es eine Anlage für den Hund werden soll, will ja nur spielen, oder ob gleich "richtig" angefangen werden soll. Dann sollte auch schon ein Infizierter in der Familie sein, sonst gibt es doch eh nur ein liebloses doppelspuriges ICE-Gekreise auf Fertiggelände.

Die nächste Frage ist Digital, fahren sowieso, aber auch steuern? Wer hilft dem Kind?

Aber auf 250*125cm kann man sogar etwas Nettes zum Fahren hinbekommen, wie die Schweiz-Anlage. Bohrt man es auf 300cm oder auf ein "L" auf, dann könnte auch eine Rangierabteilung dazukommen.

Etwas anspruchsvoller sind sicher diese von der Fläche passende 280*190cm wegen der Selbstbauweichen. Aber da könnte man vermutlich auch abspecken.

Aber beide sind mit sequentiellem Zugspeicher für den "Nachwuchs"; wegen Geburts-, Namenstag, kirchliche und weltliche Festtage, oder Schulnoten, Autoputzen.
Dann kann der Leiner seinen Geldbeutel sicher nicht zugeleint lassen.

VG
Helko
Videobeispiele

Gutes Design ist, wenn nichts mehr entfernt werden kann. Beispiel gefällig?
Der "."!

Fdl Triptis Offline




Beiträge: 388

05.03.2017 10:07
#4 RE: Kindereisenbahn antworten

Halo lieber Onkel Leiner, aus meiner Sicht gibt es für den Vierjährigen ein ideales Tor zum späteren Hobby: Die Brio-Bahn (bzw. deren Abkömmlinge). Gib ihm möglichst vielfältiges Material an die Hand, zeige ihm (wie hier schon vorgeschlagen) die große Bahn. Und dann beobachte mal, was passiert. Am Verhalten des Sprösslings lässt sich sicher schnell entscheiden, welcher nächste Schritt der beste ist, um das zarte Pflänzchen MoBa zu kultivieren.

Mit Hp1-Gruß - Helmut

PS: In dem Alter wollte ich eine "Lunde Lote FuFu-Bahn" haben, wobei sich das "lund" ganz klar auf die Form des Kessels bezog. Lokomotiven mit viereckigem Kessel habe ich damals schon als nicht vorbildmäßig abgelehnt!

tuxlover Offline



Beiträge: 159

05.03.2017 11:44
#5 RE: Kindereisenbahn antworten

Hallo,

ich stoße ins gleiche Horn wie Alex. Ein "Platte" nimmt sehr viel Platz ein und ja es kann sein, dass es zum Lieblingsobjekt wird. Aber kann auch sein, dass es als Platzfresser recht schnell komplett aus dem Kinderzimmer verdrängt wird und dann es schwer hat wieder zurück zu kommen. Auch das Argument mit der Kreativität ist denke ich wichtig. In dem Alter kommt es nicht so sehr auf Maßstäblichkeit an. Da kann auch eine Barbie zusammen mit einem Lego Männchen und einem kleinen Kuscheltier zusammen in H0 Güterwagen verreisen, wenn es zur fiktiven Geschichte passt. Da kann z.B. ein fix installierter Tunnel zum Problem werden. Ich bezweifele auch, dass ein "Fertiggelände" (auch wenn es aus deiner Hand kommt) Langzeit Spielspaß bewahren kann.
MEIN Ansatz wäre, vor allem das System Eisenbahn zu vermitteln, als der betriebliche Ablauf und das "Spielen mit Sinn". Daher wie Alex schreibt, gehe mit dem Kleinen raus und zeige ihm wie die große Bahn fährt und gestalte dann das nach. Daher die Modellbahn als Baukasten, die braucht weniger Platz, ist flexibler (heute die ICE Rennstrecke, morgen der große Güterbahnhof, übermorgen der "klassische" Landbahnhof...) und kann auch mal ganz verstaut werden.

Jetzt zu deinen direkten Fragen:
- Ich würde auf jeden Fall lose Schienen empfehlen. Minimodule eher als Dioramem zur Ausgestaltung, welche mit festen Gleisen können evtl. später ergänzt werden, wenn man ein konkretes Betriebselement dauerhaft darstellen will (Anschluss, Bahnhof...)
- nutze den Boden als unbegrenzte Unterkonstruktion. Heißt im Umkehrschluss, dass alles etwas robuster sein muss.
- im Bereich H0 würde ich Gleissystem Trix C-Gleis oder Roco BrioLine empfehlen, wobei ich schon öfter gehört habe, dass das C-Gleis robuster sein soll.
- Oberleitung würde ich nicht als primäres Thema sehen, die kann auch erstmal fiktiv bleiben und E-Loks so verkehren
- offene Güterwagen und wie Alex schon erwähnt hat Kräne sind tolle Spielelemente

ICH würde aber ernsthaft darüber nachdenken, ob es wirklich H0 sein muss. Also sinnvolle Alternativen sehe ich hier Brio und Lego. Mit vier Jahren ist er für Lego zwar noch etwas jung. Die Bahn dort wird empfohlen ab sechs Jahren. Wenn er vorher aber schon etwas mit Lego gespielt hat und etwas Unterstützung denke ich könnte es auch mit fünf Jahren schon etwas für ihn sein. Der große Vorteil ist, da wächst er nicht so schnell raus, wie bei einer Brio Bahn. Als langjähriger Lego Spieler würde ich auf jeden Fall Lego empfehlen, auch wenn ich leider nie eine Eisenbahn sondern nur einen Bahnhof hatte. Und egal mit welchem Startset, ich würde nicht mit einem Oval anfangen, sondern auf jeden Fall ein paar Weichen dazu packen.
Es gibt ja bei vielen Modellbahn Gleisplanungsprogrammen auch die Möglichkeit Brio oder Lego Gleise zu verplanen. Ich weiß nicht ob du ein entsprechendes Programm für deine Planungen nutzt. Das wäre aber auch eine Möglichkeit, eine Verbindung zwischen seiner und deiner Modellbahn herzustellen. So kannst du Ihm Gleispläne mitbringen, die ihr dann zusammen aufbauen und bespielen könnt. Das können auch nur Ausschnitte sein, wie z.B. der Audi Werksanschluss, ein "Epoche III Landbahnhof" mit Ladestraße / Güterschuppen, Punkt-zu-Punkt Betrieb mit Zugspeichern am Ende. Vielleicht auch abgestimmt, wenn es als Geschenk neue Gleise gibt.
Wenn der Wunsch nach Modellbau aufkommt, so würde ich mich zusammen mit dem Kleinen hinsetzen und ein Diorama bauen. Dieses würde ich dann in H0 bauen und er kann es auch ohne Probleme mit seiner Bahn auf dem Boden zusammen einsetzen, egal welches System diese dann hat.

Soweit meine Gedanken,
Gruß Michael

Kabees240 Offline




Beiträge: 237

05.03.2017 13:08
#6 RE: Kindereisenbahn antworten

Mit 4 Jahren kommt eine elektrische Eisenbahn m.E. zu früh. Da sollte der Filius schon etwas lesen können, um alleine klarzukommen. Ich plädiere auch eher für die Brio- oder Lego-Bahn und auch für den Fußboden, der wechselnden Aufbau der Gleisanlage begünstigt. Noch wichtiger ist aber die Infizierung mit dem Bahnbazillus beim großen Vorbild. Also eine gemeinsame Eisenbahnfahrt zu einem Ablaufberg, einer Museumsbahn, einem Bahnhofsfest und dergleichen.

Gruß
Hans

Gilpin Offline




Beiträge: 1.295

05.03.2017 13:33
#7 RE: Kindereisenbahn antworten

Hi Alle,

erstmal Besten Dank! Ich habe schon mal viel gelernt, und ich habe ja auch Zeit! Der Bursche kann getrost fünfe werden, bis ich mich da engagiere. Die Familie ist der Bahn nicht abgeneigt, zumindest wird öfter jemand vom Zug abgeholt, und da ist der Kleine dabei. Ob's jemand mit Bazillus gibt...?

Völlig klar: das Spiel soll von vornherein Sinn machen, und es soll eigentlich auch der Start in eine nahtlose Weiterentwicklung zur Modellbahn sein. Á propos Zwischenschritt: "Brio" musste ich erst einmal googeln, Lego nicht, aber das hatte ich auch nicht auf dem Bildschirm. Ob's Lego in dem Haushalt gibt, muss ich erst einmal herausfinden. Be-/Entladen mit Kran finde ich super - Anliefern von Teilen in Containern, fertige Audis verladen, das hat doch 'was. Vorläufig klar: Gleise zum immer-wieder-neu-Zusammenstecken auf dem Fußboden. Schon gestorben ist die Oberleitung - ich hatte als Kind auch keine, aber trotzdem eine E18 und eine E44...

Mal sehen, was noch kommt. Schönes Wochenende
Leiner

517 008 Offline



Beiträge: 162

05.03.2017 15:17
#8 RE: Kindereisenbahn antworten

Hallo "Leiner",

ich kann Lego-Bahn hier auch nur empfehlen. Habe damit lange Jahre meiner Kindheit und später mit Legetechnik auch meiner Jugend verbracht. Neben der Eisenbahn kommt hier das Selbst-Bauen und der kreative Umgang mit dem Lego-Baustein-System dazu. Ihr könnt immer neue Strecken bauen, Wagen anpassen. Heute Autos verladen, morgen Container, übermorgen Schüttgut und immer neu bauen. Und es wächst mit. Lego-Technik ermöglicht den Bau z.B. einer funktionierenden Containerbrücke oder Verladeeinrichtung.

Grüße, David (der derzeit häufig mit Brio-Bahn spielen darf)

marteau Offline



Beiträge: 3

08.03.2017 17:29
#9 RE: Kindereisenbahn antworten

Hallo Onkel Leiner,

vielleicht nimmst Du ja ein paar Anregungen mit, wenn ich mal erzähle, wie ich meinen Sohn (jetzt 11) zur Modellbahn gebracht habe.

Bei uns fing es ebenfalls mit 4 Jahren (oder 3?) an. Sohnemann spielte im Kindi meistens mit der Holzeisenbahn und war begeistert von unseren Bahn-Ausflügen. Also für zuhause ebenfalls ein Holzeisenbahn-Startset angeschafft. Muss nicht unbedingt von Brio sein, die ist der „Mercedes“ und dementsprechend teuer. Brauchbares Material gibt’s auch von No-Name-Marken wie Eichhorn und gelegentlich bei Aldi oder Lidl. Praktisch: Die Gleise und Fahrzeuge aller Anbieter sind in der Regel kompatibel. Das Holzzeug ist robust und einfach genug für Motorik und Verständnis der Kleinen. Zu Lego kann ich mangels Vorhandensein leider keinen Vergleich ziehen.

Also, mit der Holzeisenbahn wollte er meist die Eisenbahn-Szenen nachspielen, die wir im Alltag oder Urlaub erlebt haben. Wichtig war ihm, selber den Zug anzuschieben. Batteriebetriebene Loks hat er fast durchweg ignoriert. Favoriten sind bei Kindern ganz klar moderne Epoche6-Fahrzeuge, weil sie die in natura sehen. Dampfloks? Ach nööö, altes Zeug.

Den Kleinen kann man einen Personenwagen ohne Probleme als Schmalspur-Triebwagen verkaufen. Dazu noch flugs eine separate Holzgleisstrecke als Schmalspurbahn (z.B. ins Lurchiland) deklariert und schon hat man zwei Strecken für Papa und Sohnemann.

Zum Ausleben seiner Phantasie haben wir zusätzlich Bahnhofsgebäude, Tunnels, Fabriken, Wälder usw. aus Lego gebaut. Und das mit dem Kran stimmt! Wir haben stundenlang Autos, Milchkannen und wasweißich verladen. Viel Spaß hat ihm auch gemacht, seine Tierfiguren zu einem Zoo aufzubauen. Dann wurde jedes Gehege per Feldbahn mit Futter versorgt. Natürlich inklusive Betriebshof und Umladen der Strohballen von anderen Waggons oder von Matchbox-Lkw.
Mit 6 habe ich ihm dann mein altes Märklin-Rollmaterial gegeben und neue C-Gleise gekauft. Damit gabs einige Zeit kinderzimmerfüllende (und darüber hinaus) Kombianlagen von Holz- und Märklinbahn. Krönung war nach einem Schweiz-Urlaub unsere Rhätische Bahn. Von St-Moritz über den Bernina inklusive Brusio-Kreisel nach Tirano gings per Märklin. Von St.Moritz/Pontresina bis Chur fuhr die Holzeisenbahn. Alles inklusive Bahnhöfe, Güterverladung, Gegenverkehr und pipapo.

Mit 8 oder 9 Jahren verlor er das Interesse an der Holzeisenbahn und konzentriert sich seitdem auf Märklin. Bis dahin bauten wir alles temporär auf dem Boden.

Aktuell habe ich ihm eine „Platte“ mit 2,40x1,00 m und einem schmalen Ansatzbrett von 80X30 cm auf Böcken hingestellt. Schnell gebastelt aus alten Schaltafeln vom Bau, ohne landschaftliche Gestaltung, einfach mit einem grünen Tischtuch belegt. Zusätzlich sind einige Bretter, Rampen und viele Pfeiler vorhanden, mit denen er bei Bedarf zweistöckig bauen kann. Inzwischen hat er sich drei Digital-Loks und modernes Wagenmaterial (z.B. Dostos) gekauft bzw. schenken lassen. Meine alten H0-Häuschen hübschen das Ganze auf.

Eine feste Anlage mit festem Gleisplan ist noch nicht sein Ding. Lieber baut er alle paar Tage/Wochen eine neue Anlage nach aktueller Befindlichkeit. Ich helf ihm noch beim Entwickeln des Gleisplans und beim Aufbauen, aber immer öfter kommt er schon alleine klar. Favoriten sind leider noch Kreisanlagen und Regionalzüge mit seinen Dostos. Aber gelegentlich kann ich ihm eine Point-to-Point Anlage und vorbildgerechten Güterverkehr unterjubeln. Regionale Identität, Bahnhofsnamen usw. finden noch ausschließlich in unserer Phantasie statt. Beispielsweise nehmen wir ein altes Baden-Württemberg-Kursbuch her und fahren bestimmte RE-Strecken mit allen Zwischenhalten ab.

Nächster Schritt wird eine kleine Epoche4-Anlage mit Zwischen- und Endbahnhof auf dem Land und landschaftlicher Ausgestaltung sein, die ICH mir bauen will. Wäre schön, wenn mein Sohn mitbasteln würde und wir uns so das 1x1 der Elektronik und des Landschaftsbaus gemeinsam aneignen könnten. Danach ist er vielleicht so weit, sich für ein festes Anlagenthema zu entscheiden. Dann könnten wir nämlich für IHN eine eigene Anlage bauen.

Zusammenfassend:
Am Anfang so einfach wie möglich für die Kinderhände, fliegender Aufbau auf dem Boden, chaotischer Materialmix aus den Lieblingsspielzeugen, Anlagenmotive aus dem Erfahrungshorizont des Kleinen. Für die „Elektrische“ sind sie meiner Erfahrung nach erst ab 7 oder 8 reif genug. Begleitend dazu immer zur „großen Bahn“ mitnehmen und dort viel erklären. Das regt ihren „Nachspiel-Trieb“ ungemein an.
Auch beim Einstieg in die „Elektrische“ gilt: anfangs so einfach wie möglich, robuste Gleise, Handweichen, fliegender Aufbau, logischerweise keine Oberleitung, Realitätstreue ist noch nicht so wichtig. Alles andere sukzessive später.

Hartmut

ow Offline




Beiträge: 249

08.03.2017 19:16
#10 RE: Kindereisenbahn antworten

Hallo zusammen,

Zitat von marteau im Beitrag #9

Zusammenfassend:
Am Anfang so einfach wie möglich für die Kinderhände, fliegender Aufbau auf dem Boden, chaotischer Materialmix aus den Lieblingsspielzeugen, Anlagenmotive aus dem Erfahrungshorizont des Kleinen. Für die „Elektrische“ sind sie meiner Erfahrung nach erst ab 7 oder 8 reif genug. Begleitend dazu immer zur „großen Bahn“ mitnehmen und dort viel erklären. Das regt ihren „Nachspiel-Trieb“ ungemein an.
Auch beim Einstieg in die „Elektrische“ gilt: anfangs so einfach wie möglich, robuste Gleise, Handweichen, fliegender Aufbau, logischerweise keine Oberleitung, Realitätstreue ist noch nicht so wichtig.


genau diese Erfahrung konnte ich mit 3 Kindern und sechs Enkel machen, besser wie Hartmut läßt sich nicht argumentieren.
Ob die Jungs dann dran bleiben steht in den Sternen, bei mir gelangs nicht.
der traurige Otto (ow)

Gilpin Offline




Beiträge: 1.295

08.03.2017 21:57
#11 RE: Kindereisenbahn antworten

Hi Hartmut, hi Otto, hi David und nochmal alle vorher beitragenden,

Besten Dank; lasst mich das erst einmal alles verarbeiten! Das Kind ist vier, und ich habe gelernt, dass wir ein wenig Zeit haben.

Das mit dem System- und Maßstabmix muss ich erst einmal verdauen, da bin ich eigentlich empfindlich. Vor kurzem war noch "Höhle bauen" aus Polstermöbelelementen angesagt - das ist aber vorbei...!

Mit dankbarem Gruß,
"Onkel Leiner"

Für Kräne bin ich übrigens selbst sehr empfänglich - Brücken, Kräne ...

marteau Offline



Beiträge: 3

15.03.2017 17:27
#12 RE: Kindereisenbahn antworten

Hallo Onkel Leiner,

Zitat
Das mit dem System- und Maßstabmix muss ich erst einmal verdauen, da bin ich eigentlich empfindlich.



da passt gut folgender Spruch dazu: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Kinder fangen mit Realitätstreue, Spurweite usw. nullkommanull an. Die wollen einfach was bauen, das in ihrem Kopf rumspukt. Wichtig ist, ihre Phantasie durch Besuche bei der großen Bahn anzuregen. Alles andere kommt später.

Hartmut

OOK Offline




Beiträge: 4.037

15.03.2017 17:49
#13 RE: Kindereisenbahn antworten

Zitat von marteau im Beitrag #12
Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
Das ist eine gute Stelle für mich, hier mal als Späteinsteiger was zum Thema zu sagen. Aus zweierlei Perspetive, einmal als einer, der selber mal Kind war und auch als einer, der pädagogisch gearbeitet hat.

Und da sage ich, dass der Köder dem Fisch nicht nur schmecken muss, der Fisch muss ganz gierig auf das sein, was man ihm als Köder anzubieten gedenkt. Will heißen: Wenn das Kind den heißen Wunsch nach einer Eisenbahn hat, und zwar schon eine Weile, dann kann man ihm diesen Wunsch irgendwann in irgendeiner Form erfüllen.
Hier scheint es eher so, dass der Wunsch, das Kind solle doch eine Eisenbahn haben, eher vom Onkel Leiner ausgeht. Und zwar natürlich eine "mit Sinn". Das ist etwa so, als wenn ein Vegetarier mit Soja-Pseudofleisch als Köder angeln gehen will.
Lieber Reiner, übe dich in Geduld.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

ow Offline




Beiträge: 249

15.03.2017 22:15
#14 RE: Kindereisenbahn antworten


Fotos 42 Jahre alt

Nicht nur Eisenbahn spielen, sondern sich ganzheitlich mit den Kindern zum Thema Eisenbahn beschäftigen. Malen, Bauen Basteln usw.

der erziehungserfahrene Vater und Opa Otto (ow)

Zindelstein Offline



Beiträge: 13

13.08.2017 08:51
#15 RE: Kindereisenbahn antworten

Moin,
ich war eine Weile nicht im Forum, aber dieses Thema spricht mich besonders an. Deshalb möchte ich mir erlauben, meine Erfahrungen und Gedanken dazu beizutragen, auch wenn es nicht mehr ganz aktuell ist. Vielleicht (und hoffentlich!) gibt es hier jetzt oder in Zukunft noch mehr Leute außer Leiner, die vor einem ähnlichen "Problem" stehen.

Ich gebe OOK recht, dass man als allererstes Kinder für die Eisenbahn begeistern sollte; ich glaube aber auch, dass das gar nicht so schwer ist. Ein Beispiel:
Das dritte Wort, das mein Sohn sagen konnte, war "Auto" (nach "Danke" und "Nein"). Das hat seine Mutter ihm beigebracht, und mir gefiel das nicht so. Im Alter von anderthalb Jahren mochte er aber auch schon gerne U-Bahn fahren, und ich habe angefangen, ihm Dampflokvideos bei Youtube zu zeigen, nämlich die "Lokporträts" von SuperJanH (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=wtYIGhTZ8-s). Warum gerade die? Weil bei diesen Videos nur die schönsten Vorbeifahrten gezeigt werden, es ist immer ein Zug im Bild, der sich bewegt - anstatt z.B. zu zeigen, wie zehn Minuten lang Wasser in den Tender läuft, wie das bei manchen Museumsbahn-Videos vorkommt. Diese Schnitte kommen der Aufmerksamkeitsspanne von Kleinkindern entgegen...

Als er gerade zwei geworden war, waren wir zwei Tage in Wernigerode und sind auch mit dem Zug auf den Brocken gefahren. Ich glaube, es war für ihn ein ziemlich bedeutendes Erlebnis, zu sehen, dass es solche Dampfloks wie im Film wirklich gibt. Er wusste jedenfalls gleich, dass da eine "Dammdomm" fuhr und hatte auch keine Angst vor ihr. Beim Frühlingsfest in Schöneweide durfte er dann auch mal selber auf dem Führerstand einer 52 mitfahren, und eines der bisher größten Ereignisse für ihn war, als er in einer Museums-S-Bahn auf dem Führertisch sitzen und selber den Fahrschalter (mit)bedienen durfte. Er findet auch E-Loks, Dieselloks, S-Bahnen und U-Bahnen toll, aber Dampfloks sind für ihn nicht irgendein langweiliger alter Kram, sondern etwas Reales und Besonderes, denke ich. Soweit zur Beschäftigung mit dem Vorbild.

Er spielt sehr gerne mit der Brio-Bahn. Das ist ein tolles Spielzeug, gerade weil es alle denkbaren Arten von Güterladestellen gibt, vom Containerkran bis zur Viehrampe. Wer will, kann also den tollsten Einzelwagenverkehr darstellen und Betrieb machen. Er will das leider nicht so gerne. Immer wieder versuche ich, ihm PtP-Gleispläne unterzujubeln, aber meistens bittet er mich dann, die Streckenenden zu verbinden, oder fängt selbst damit an. Bevorzugt kuppelt er alle verfügbaren Güterwagen zu einem "Langen Heinrich" zusammen (gerne mit Schiebelok) und fährt dann im Kreis. Wenn ich mitspielen will und merkwürdige Sachen mache, z.B. eine Lok umsetze und rückwärts wieder ankupple, oder Wagen in ein Anschlussgleis schiebe und dann abkupple, gefällt es ihm meistens gar nicht. Betrieblich hat meine Erziehung also versagt . Ich selber habe das Umsetzen als Kind in Dagebüll erlebt, er war da auch schon, aber offenbar ist es nicht so hängengeblieben. In Berlin kann man das ja auch nirgends so richtig sehen (oder?), vielleicht müssen wir nochmal auf den Brocken...

Inzwischen ist mein Sohn fast vier Jahre alt. Wir werden wahrscheinlich bald Legosteine einführen (bisher hat er nur Duplo), und wenn er fünf wird, soll er eine Legoeisenbahn bekommen. Ich habe leider nie eine gehabt (ähnlich wie tuxlover), habe mir aber "Bodenläufer" mit den normalen Autorädern gebaut, der größte war eine BR 50... Dafür habe ich mit sechs eine Modellbahn bekommen, und ich glaube, das war zu früh, auch wenn ich sie damals unbedingt haben wollte. Warum? Die Dinger sind zu empfindlich, man kann noch zu wenig selber machen (Häuschen kleben konnte ich in dem Alter jedenfalls noch nicht), und man ist zu sehr festgelegt. Mit Lego kann man die Fahrzeuge bauen, die man gerade möchte, und dazu die Betriebsstellen und Strecken, auf die man Lust hat, und später alles wieder abreißen und was neues machen. Sachen nachbauen, die man draußen gesehen hat, wie hier schon gesagt wurde. Und ein paar Jahre später zeigt sich dabei vielleicht, bei welchen Vorbildern die Interessen liegen, dann kann man über eine dazu passende Modellbahn nachdenken. Wobei ich ihn am liebsten in mein eigenes Projekt einphasen würde, das es bis dahin hoffentlich gibt...

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