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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 30 Antworten
und wurde 1.769 mal aufgerufen
 IV.2. Betriebsbezogene Überlegungen im Zusammenhang mit Anlagenplanung
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BR41 Offline



Beiträge: 71

26.02.2017 23:15
Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

Moin zusammen,

Meine Frage an das Forum betrifft die Konzeption von Stückgutanlagen in grösseren Bahnhöfen bei der DB um 1980. Ich stelle mir eine
Hafenstadt von ca 200.000 Einwohner vor, die einen eigenen Stückgutbahnhof (heisst das so?) hat. Es gilt nun, diesen Bahnhof zu planen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde zwischen Stückgut, Eilgut und Expressgut unterschieden, wobei sich Eilgut noch einmal in Eilstückgut und Eilgut als Wagensendung unterschied.

Was mir noch nicht klar ist: Wurde Eilstückgut in eigenen Wagen befördert, die zum Stückgutschuppen gefahren wurden, oder war dafür ein eigener Eilstückgutschuppen erforderlich? Kann ich überhaupt Eilstückgut von Eilgut trennen, oder muss ich immer, wenn ich Eilgut sage, auch ein Freiladegleis für Eilgut berücksichtigen? Und was ist mit Expressgut? Konnte dies auch beim Eilstückgutschalter aufgegeben werden oder brauchte es dazu einen eigenen Schalter im Personenbahnhof mit entsprechenden Gleisen für Expressgutwagen dort?

Fragen über Fragen,
...und wenn meine Frage in einem anderen Bereich des Forums gehört, darf dieses Thema auch verschoben werden...

----

-- Andreas

Fischkopp Offline




Beiträge: 447

27.02.2017 00:58
#2 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

Moin Andreas,
ich kann zwar keine allgemein gültige Aussage machen, aber zumindest ein wages Beispiel liefern.
Kiel (Hafenstadt mit 250 000 Einwohnern) besaß drei größere Stückgutabfertigungsanlagen:
-Hgbf Tonberg, Komplex aus GA, Empfangs-, Versandschuppen und Zwischenbühne (vollständig erhalten, kannst ja mal bei google Maps oder so wat nachgucken)
-Güterbahnhof Kiel West, nur ein Schuppen mit GA-Gebäude (Gelände seit Jahrzenten überbaut, Stückgutabfertigung 1973 eingestellt)
-Eilgutschuppen direkt am Hbf (1955 in Betrieb, Anlagen 1965 teils oder ganz von der Post genutzt, in den 80ern Teil der Bahnmeisterei)
Das hilft vielleicht schon mal etwas bei der Dimensionierung der Anlagen.
Bei Interesse kann ich mal Skizzen machen.
Gruß
Alex
P.S.: Sind wir immer noch in Heaburg? Wenn ja, aktualisiere doch auch mal diesen Thread, bin gespannt, wie's weitergeht.

tuxlover Offline



Beiträge: 159

27.02.2017 11:19
#3 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

Hallo Andreas,

Expressgut lief typischer weise mit dem Personenverkehr und nicht dem Güterverkehr. Verantwortlich war die Gepäckabfertigung (Gepa), wo Reisende auch ihre Koffer aufgeben konnten. Verladen wurde dann normalerweise am Bahnsteig in die Gepäckwagen der Personenzüge.

Zu den anderen Fragen, will ich zuerst erwähnen, dass es damals für den Güterverkehr ein blaues und ein rotes Netz gab. Das blaue war das "normale" und das rote diente dem Eilgüterverkehr. Dieses diente zum schnelleren Transport, war aber nicht so dicht, wie das blaue Netz. So war es nicht unüblich, dass auch Eilgut die letzte oder erste Etappe im blauen Netz befördert wurde. Wagen im roten Netz mussten schnelllauffähig sein und befördert wurde z.B. Stückgut, Tiere, Verderbliches oder andere Terminfrachten.

Meines Wissens hat die DB die getrennte Beförderung von Eilstückgut in den 60er Jahren bereits eingestellt. Ist für deine betrieblichen Betrachtungen also irrelevant, höchstens falls du gewisse bauliche Gegebenheiten dadurch erklären willst, dass es historisch gewachsen ist.
Zudem war die Konzentration der Stückgutbahnhöfe 1980 schon sehr weit fortgeschritten. Wie man an Alex Beispiel auch sehen kann, wird es ziemlich sicher in deiner Stadt nur noch eine Stückgutabfertigung gegeben haben, von wo aus dann mit LKW die Verteilung stattfand.

Bei einer Stadt der angedachten Größe und dem angedachten Zeitraum würde ich davon ausgehen, dass die Stückgutabfertigung auch Umladepunkt für die verbliebenen Stückgutbahnhöfe des Umlandes ist. Das Stückgutsystem funktionierte so, dass bei genügend großem Aufkommen für einen Zielbahnhof ein Ortswagen (Ow) beladen wurde, dieser wurde dann auf dem Weg zum Ziel umrangiert und der Inhalt nicht mehr angefasst. Normalerweise reichte das Ladungsaufkommen aber nicht für einen ganzen Wagen, dann werden Umladewagen (Uw) gebildet. Diese bringen das gemischte Stückgut zum nächsten Knotenpunkt. Dort wird es ausgeladen, im Schuppen sortiert und in Ausgangswagen für die Zielknotenbahnhöfe wieder verladen. Am Zielknoten wieder ausgeladen und in Ortswagen für die jeweiligen umliegenden Bahnhöfe verteilt. Bei geringen Aufkommen von Stückgut, gab es im Sammel- / Verteilerverkehr auch Stückgutkurswagen. Die haben das Stückgut für mehrere Bahnhöfe zusammen befördert. Diese wurden dann oft auch am Bahnsteig be- und entladen.

Wenn ich mir deinen Strang zum Thema Haeburg anschaue, so kommen mir folgende betriebliche Gedanken:
- Ein Eilgüterzug aus dem Zugspeicher endet in Haeburg. Er enthält Stückgut für Haeburg selber, so wie auch für das Umland. Des weiteren auch Eilgut Wagenladungen und vielleicht auch einen Teil der Post.
- Die Stückgutwagen wandern an den Güterschuppen, dort werden die Ortswagen im Laufe des Tages entladen und die Umaldewagen für die Umgebung sortiert. Im Modell geschieht das nur virtuell, z.B. durch den Austausch der Frachtzettel in Wagenkarten. Aus einem eingehenden Uw, wird dann der Ow für Kleinkleckersdorf. Hier braucht man evtl. auch leere G-Wagen als Reserve, um Schwankungen auszugleichen.
- Wagenladungen Eilgut für Haeburg werden normal an die passende Ladestellen rangiert, es braucht keine spezielle Eilgut Ladestraße.
- Eine Übergabe bringt dann die neu sortierten Stückgutwagen zusammen mit den restlichen Eilgut Wagenladungen (denjenigen fürs Umland) in den Zugspeicher, wo der fiktive Zugbildungsbahnhofe für alle Nebenbahnzüge der Umgebung liegt.

- Abends dann das umgekehrte Spiel
- Stück- und Eilgut aus dem Umland kommt von einer Übergabe aus dem Zugspeicher.
- Das Stückgut muss im Schuppen sortiert werden. Zum einen die Fracht für Haeburg aussortiert werden, zum anderen die Uw gezielt auf die verschiedenen Zielknotenbahnhöfe verteilt werden.
- Ist das geschehen, kann dieses im De (Durchgangseilgüterzug) zusammen mit den ausgehenden Eilgut Wagenladungen seine Fahrt in den Süden antreten.

Gruß
Michael

Fischkopp Offline




Beiträge: 447

27.02.2017 17:53
#4 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

Hier noch ein paar Beispiele zur dimensionierung der Züge in der Epoche IV:
http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,1257908 Foto 8

http://v100.de/index.php?nav=1000084&lan...70&action=image

http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...,7490377,page=1 mit etwas scrollen finden sich interessante Zugbildungen und sogar ein entsprechender Plan

vielleicht hilft es ja ein bisschen
Gruß
Alex

Edit: Allerdings konnte auch eine 24.000-Einwohner-Stadt wie Schleswig noch 1986 einen recht beachtlichen Verkehr generieren:
http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...,6059796,page=2

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

27.02.2017 17:59
#5 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

N' Abend,

ich steuere mal aus dem Bereich der NE-Bahnen, hier der Siegener Kresibahn, Abt. Freien Grunder Eisenbahn bei.

Eilgut fand auf der FGE in den 1980er Jahren schlicht nicht mehr statt: Dieses Transportgut war komplett auf
die Strasse abgewandert.
Stückgut hingegen wurde im Empfang und Versand bearbeitet. Das, ich nenne es mal "allgemeine" Stückgut wurde
in ein bis drei gedeckten Wagen am Morgen der Ga Salchendorf (früher Neunkirchen-Nord) zugestellt und mit dem
Lkw im Freien Grund verteilt resp. eingesammelt und am Abend verschickt. Einige wenige Kunden holten ihre Sendungen
selber ab resp. lieferten es an.

Das "Firmenstückgut" wurde beim Grossversender SSI-Schäfer geladen und von der Ga de FGE abgefertigt. Dafür reichte
ein mittelgrosser Güterschuppen mit einem Gleis und einer Rampelänge für max. 3 Gbs 254 angebauten Büros für die Ga
und die Betriebsleitung der Abt. FGE völlig aus.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Solwac Offline



Beiträge: 61

28.02.2017 09:38
#6 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

@BR41: Vielleicht hilft Dir ja folgender Artikel über Bingerbrück und insbesondere ein paar Infos dazu aus dem Güterkursbuch von 1969/70. In den Folgejahren wurde der Stückgutverkehr zwar immer weiter zentralisiert (weniger Bahnhöfe und größerer Radius für die Auslieferung per LKW), die Grundsätze blieben aber gleich.

BR41 Offline



Beiträge: 71

28.02.2017 19:52
#7 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

Moin,
Danke für die Informationen. Ja wir sind noch in Heaburg und es läuft die Detailplanung. Da ich keinen Platz für einen kompletten Güterbahnhof habe, insbesondere die Ladestrassen nehmen viel Platz weg, dachte ich mir, ich beschränke mich auf einen Stückgutbahnhof. Den Aussagen hier im Thread entnehme ich, dass dies auch geht. Nach @tuxlover kann ich auch Stückgut umladen lassen, also habe ich mal einen Versuch geplant. Leider übe ich noch mit dem Zeichenprogramm, deswegen sieht es ein bisschen provisorisch aus...

[[File:hea-tzt-hgbf.png|none|fullsize]]

Legende: Rot sind die Bahngebäude und die Post, braun die Laderampen, lila ist ein Anschluß (Gummiwaaren AG), gelb ist fraglich

Die Gleise sind von unten nach oben nummeriert, Gleis 1-4 sind die Bahnsteiggleise, die durch die nur z.T kolorierte Bahnsteighalle unten rechts führen, Gleise 5+6 oberhalb der Gummiwaaren sind die Güterzuggleise. Danach kommt ein Gleis für die Ngs zum Halten, 2 Aufstellgleise und das Verkehrsgleis 10. Die beiden Gleise darüber an der Anlagenkante sind die Wüst für die Hafenbahn. Der Stückgutbahnhof ist oben links mit 3 Gleisen und wird vom Verkehrsgleis bedient, welches nach rechts in ein etwa 70cm langes Ziehgleis ausläuft. Länge der Rampe am Güterschuppen ist etwa 38cm, das sind in N 5 Gbs; hier sind noch etwa 10cm drin, also 7 Wagen. Meine Frage: Ist das genug?

Unten links das rote Gebäude ist die Post mit einem Gleis, das für einen PostMr reicht.

Jetzt kommen wir zum gelben Teil. Die Idee dahinter war, dass es ein Expressgutgleis sein sollte. Nach allem was ich jetzt gelesen habe, ist dies aber nicht so realitätsnah. Würde ich also weglassen, was meint ihr?

Comments very wellcome...

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-- Andreas

BR41 Offline



Beiträge: 71

28.02.2017 19:55
#8 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

und nun noch das Bild...

[[File:hea-tzt-hgbf.png|none|auto]]

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-- Andreas

BR41 Offline



Beiträge: 71

28.02.2017 20:06
#9 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

nun mit bild als Anhang?

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-- Andreas

BR41 Offline



Beiträge: 71

28.02.2017 20:08
#10 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

[[File:hea-tzt-hgbf.png|none|auto]]

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-- Andreas

Fischkopp Offline




Beiträge: 447

28.02.2017 20:09
#11 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

Versuchs mal mit nem externen Bilderhoster.
(Oder seh nur ich wieder nix?)

BR41 Offline



Beiträge: 71

28.02.2017 20:09
#12 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

[img][[File:hea-tzt-hgbf.png|none|auto]][/img]

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-- Andreas

BR41 Offline



Beiträge: 71

28.02.2017 20:10
#13 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

nee, ich auch.

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-- Andreas

Fischkopp Offline




Beiträge: 447

28.02.2017 20:18
#14 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten
BR41 Offline



Beiträge: 71

28.02.2017 20:22
#15 RE: Stückgut, Eilgut und der ganze Rest Antworten

und nun das Bild als externer Link:


http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/...fs3ernilz02.png

[/url]

ok, es geht nur so, sorry...

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-- Andreas

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