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Dieses Thema hat 19 Antworten
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 Leserbriefe
Seiten 1 | 2
K.U.Müller

02.11.2008 18:09
ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Heute "stolperte" ich über Ihre hochinteressante website und das ebook mit dem o. a. Thema. Ich habe sofort Vieles, noch nicht alles, geradezu verschlungen und komme nicht umhin, Ihnen spontan meine ehrliche Anerkennung für das Werk auszusprechen. Das ist bisher, ohne jede Übertreibung, das Beste auf diesem Gebiet, das ich bisher in die Finger bekam, und es gibt, wie Sie ja kritisch anmerkten, wahrlich eine Fülle mitunter nur bedingt brauchbarer Helferlein. Für meine Zweitanlage, die ich derzeit plane, konnte ich bereits insoweit Erkenntnisse gewinnen, als dass ich mich von der abzweigenden Nebenbahn verabschiedete; Ihre Argumente zu der Deutschen liebstem Anlagenkonzept waren einfach zu überzeugend. :-)

Was mir im Übrigen insbesondere noch gefällt, ist Ihre sprachliche Brillianz. Leider ist im Internet-Zeitalter offenbar die Fähigkeit zum einigermaßen korrekten Einsatz unserer Muttersprache abhanden gekommen, zumindest aber das Bemühen darum.

Mit freundlichem Gruß
Karl Ulrich Müller

eisenhans Offline


Beiträge: 115


04.11.2008 15:45
#2 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Wenn man ein paar Jährchen lang OOK's Treiben beobchtet hat, dann weiß man, dass man bei ihm mit einer ganz besonderen Art zu rechnen hat. Seine Zeitschrift Mittelpuffer, die er ja leider eingestellt hat, war anders als alle anderen Eisenbahnzeitschriften. Inhalt, Stil, Aufmachung, Bebilderung incl. Bildunterschriften etc., alles völlig ungewohnt und unorthodox.
Deshalb habe ich, als ich sein e-book im www. entdeckte, mich nicht gewundert, wohl aber gestaunt. Das Thema Anlagenplanung ist ei so abgewetztes und ausgelutschtes. Habe so ziemlich alles gelesen, was es hierzuzlande so gibt; alles irgendwie ein Tee, vielleicht mit Ausnahme der Werke von Herrn Ivo Cordes. OOK aber schafft es mal wieder, das Thema völlig anders an zugehen als alle vor ihm. Kompliment.
Dabei ist es jetzt erstmal unerheblich, ob ich inhaltlich überall konform gehe. Habe gerade die Kritik von fgee an anderer Stelle in diesem Forum gelesen - und der Mann hat recht, aber was solls? Ist deshalb das e-book weniger wert? Bestimmt nicht.
Ich hoffe nur, dass eines schönen Tages irgendein Verlag dieses e-book entdeckt und erkennt, was da für ein Potential schlummert und das Ding dann druckt. Das wäre OOK zu wünschen und auch den Modelleisenbahnern in diesem unserem schönen Lande. Meint

Der Eisenhans

OOK Offline


Beiträge: 904


04.11.2008 15:45
#3 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Hallo Herr Müller,
ich bin zwar ein altgedienter mit allen Wassern gewaschener Autor und Herausgeber, aber, ehrlich gesagt: gegen solches Lob bin ich nicht immun.
Es löst einfach Freude aus, wenn das, was man da so seinem Geist und seiner Seele abringt, auf Zustimmung trifft und wohl seinerseits Freude ausgelöst hat.
Danke.
Es ist ja so, dass dieses Thema Anlagen-Design hier in Deutschland keine große Klientel hat. Ist schlichtweg unbekannt. Und da stehe ich (wieder mal) als einsamer Rufer in der Wüste. Also, Ihr Feed-Back sagt mir, dass ich auf der richtige Spur bin. nochmals Danke!

OOK
http://bae-ook.jimdo.com/

Lutterberger Offline


Beiträge: 49


05.11.2008 15:00
#4 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Ich bin von Anfang an begeisterter Leser des MAD e-books. Allerdings finde ich, dass es zu selten upgedated wird. Wiewohl es viele schon sehr überzeugende Kapitel gibt, wirkt das Ganze immer noch wie eine Baustelle, was man schon an den durchgestrichenen Zeilen in der Linksleiste sieht. Ich bin äußerst gespannt auf das Kapitel 8 "Die hohe Schule des Designs", aber auch auf weitere "Design-Trümpfe."
Davon abgesehen habe ich keine Kritik. Es ist schon alles sehr durchdacht, was OOK da schreibt.
Nur weiter so.

Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

OOK Offline


Beiträge: 904


11.11.2008 17:15
#5 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Beim Aufräumen meiner email-Verzeichnisse stieß ich auf eine etwas ältere mail, die durchaus hier in diesen forenthread gehört. Lest selbst:

Hallo,
ich bin eben zufällig beim Surfen auf diese Seite gekommen. Ich bin selber totaler Modellbahnfan und wohne in Solingen. Die Ideen zur Anlagenplanung auf Deiner Seite sind m. E. absolut klasse, allerdings dürften sie sich wohl nur für "gestandene" Modellbahner eignen. Geboren bin ich erst 1982, bin also jetzt 25 Jahre alt. Ich wohne zwar von kleinauf an der zweigleisigen Nebenstrecke Solingen-Remscheid, alle 20 Minuten eine V100 mit 2-3 Silberlingen vorbeikam, und das auch damals schon im Wendezugbetrieb. Der örtliche Güteranschluss wurde schon damals nur ganz selten bedient, so dass ich ihn nicht "bewusst" in Aktion gesehen habe.

Allerdings bin ich als Kind schon öfters mit meiner Mutter mit der Bahn zu Verwandten und Freunden in Süddeutschland gereist. Von Kindheit an begeisterte mich das Rheintal oder die 103. Als ich dann vielleicht 5 oder 6 Jahre alt war, bekam ich von meinen Großeltern eine kleine Startpackung geschenkt. Mit der darin enthaltenen Tenderlok konnte ich mich schon damals nicht richtig identifizieren; fortan kam nur noch damals aktuelles Material, z. B. der InterCityExperimental oder später der Lufthansa Airport Express hinzu. Die Züge kreisten eigentlich nur auf einer kleinen Spielbahn im Oval rum, aber wie gesagt, Güterverladung habe ich damals schon nicht erlebt und kannte schon nur noch "vorbeipreschende" Ferngüterzüge. Güterwagen, die man "spielereisch" be- und entladen konnte, interessierten mich somit schon als Kind nicht mehr, da nicht mehr aktiv erlebt. Und mehr Platz und Geld war halt damals nicht drin. Trotzdem faszinierten mich diese Fernzüge, die dann einfach "rumsausten".

Richtig aufgewachsen bin ich dann in den 90ern. Auf meiner "Heimatstrecke" wurden die V100 mit Silberlingen durch 628 ersetzt. Die ohnehin kaum genutzte Ortsgüterverladung wurde komplett abgerissen. Doch mich zogen die neu in Betrieb genommenen Hochgeschwindigkeitszüge wie ICE, Thalys sowie die im Regionalverkehr neuen Doppelstockwagen in den Bann. Einen Großteil meines Taschengeldes investierte ich in die Modelle davon, zum Geburtstag und Weihnachten kam immer was Neues dazu. Moderne DB-Cargo-Schiebewandwagen, Chemiekesselwagen oder Taschenwagen für den LKW-Auflieger-Transport kamen beim Güterverkehr hinzu. Beim Vorbild wurden auch die Fernzüge zu Wendezügen, so dass schon im Pubertätsalter das Bild der am Endbahnhof umsetzenden Züge aus meinem Kopf fast völlig verschwand. Mein Ziel war als schon Kind, irgendwann mal eine Anlage zu bauen, auf der Hochgeschwindigkeitszüge wie ICE, Thalys, TGV, sowie IC/EC und topmoderne Güterzüge "durchpreschen". Für Rangierbetrieb hatte ich mich weiterhin nicht begeistern können; es gab ihn ja kaum mehr. Die zwischenzeitlich in mein Blickfeld gekommenen Güter-Umschlagplätze waren in der Größenordnung Hamburg-Maschen oder Containerhafen Rotterdam... so und nicht anders erlebte ich das Thema Güterverladung bei der Bahn ... So etwas ins Modell umzusetzen, schien mir allerdings gleich als unmöglich.
Im Jahr 2000 begann dann, gemeinsam mit meinem ebenfalls modellbahninteressierten Vater, der Bau einer neuen Anlage. Da wir oben im Haus einen praktisch ungenutzten Dachboden hatten (der früher Trockenspeicher war), bot sich dieser als "Anlagenraum" an: Es konnte die gesamte Hauslänge (13 m) genutzt werden. Der Speicher war von vornherein durch zwei dünne Wände in drei Räume aufgeteilt, was mich dazu verleitete, verschiedene Landschaftsabschnitte zu bauen und durch Tunnels durch die Wände miteinander zu verbinden.

Auch wenn dadurch satte 30 m³ Anlagenfläche zur Verfügung standen, ergab sich das Problem, dass es bis zum heutigen Tag von den ganzen Hochgeschwindigkeitszügen, die den Schwerpunkt meines Bahnbetriebs bildeten sollen, nur kompromissbehaftete Modelle erhältlich sind. Sowohl die ICE's von Fleischmann, Roco und Piko als auch die Alsthom-Hochgeschwindigkeitszüge von Mehano sind allesamt stark vereinfacht und unmaßstäblich. Auch sind viele Reisezugwagen bis zum heutigen Tag nur im Längenmaßstab 1:100 und 1:93 zu haben, nicht jedoch in exakt 1:87. Bei Güterwagen lackieren die großen Hersteller die Wagen einfach in andere Farbtöpfe, ohne sich um Formänderungen zu kümmern. Infolge dieser Umstände entstand dann auch bei mir in den letzten Jahren eine Anlage in der "Miwula-Machart" (allerdings ist das Rollmaterial von einem Museumszug abgsehen konsequent Epoche 5): Dargestellt habe ich die europäische Nord-Süd-Achse von der holländischen Küste bis zum Gotthard, wobei der Schweiz-Abschnitt noch im Bau ist.

Hier habe ich eine hochqualitative Fotogalerie hinterlegt (http://andreas.musik-train.de/downloads/Modellbahnfotos.zip, ca. 37,4 MB), auf welche ich allerdings nicht mehr in Modellbahn-Foren verlinke; es kam zu heftige Kritik bei mir an, ich wurde regelrecht angeschimpft und per E-Mail belästigt.
Was ich mit diesem Werdegang sagen will: Die auf Deiner Homepage vorgestellten Tipps zur Anlagenplanung sind in meinen Augen nur für "gestandene" Modellbahner geeignet, die sich mit historischen Bahnmotiven noch identifizieren können. Wenn ich da an die heutige Jugend denke, die diese ganzen Nebenstrecken (da fast alle stillgelegt) sowie intensivem Ortsrangierbetrieb gar nicht mehr kennen kann, kann man m. E. nur noch mit Anlagenvorschlägen punkten, auf der auch Hochgeschwindigkeits-, Wende- und Ferngüterzüge glaubwürdig zum Einsatz kommen. In Ermangelung an Vorschlägen und exakt kompromisslosem Epoche-5-Material entstehen Anlagen à la Miwula eher aus der Not heraus, würde ich sagen. Dank ausgeklügelter Planung gelingt es mir sogar, diese Anlage, ohne irgendwelche Automatik- und Digitaltechnik, vollkommen alleine zu steuern!

Die in Kapitel 4.4.3.1 kritisierte Anlage von Nicki L'Homme wäre m. E. bei eingeengten Platzverhältnissen schon ein guter Ansatzpunkt; allerdings würde ich in so einem Fall die Haupstrecke 2-gleisig belassen, und schauen, dass man z. B. auf einer Ebene darunter, auf einer anderen Zimmerseite oder in einem anderen Zimmer (ich habe die Gleise auch durch die Wände verlegt) einen ausreichend dimensionierten Schattenbahnhof installiert bekommt, von dem aus man immer neue Züge abrufen kann. Dass es keine Umsetz- und Überholmöglichkeit gibt, finde ich sehr schön (weil es eben auch der Realität entspricht, wo auch immer mehr Weichen zurückgebaut werden). Solche Strecken , auch wenn nur auf einem kurzen Ausschnitt zu sehen, leben einfach von der ungeheuren modernen Fahrzeugvielfalt, gerade auch bei den ganzen neuen Privatbahnen wie Dispolok oder Crossrail...
Egal wo ich hinschaue, alle Anlagenvorschläge, ob in Miba & Co. oder im Internet, orientieren sich alle nur bis max. Epoche 4. Hier herrscht in meinen Augen dringender Nachholbedarf, also Anlagenvorschläge für Epoche 5.

Andreas Weise

OOK
http://bae-ook.jimdo.com/

fgee Offline


Beiträge: 118

11.11.2008 23:13
#6 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen
An dieser Sichtweise ist etwas dran. Tatsächlich verkehren auf meiner Punkt-zu-Punkt-Bahn auch viele verpendelte Nahverkehrs- und sogar Fernzüge. Bei der SBB war der Nahverkehr bereits in den 70ern verpendelt!

Dem gemeinsamen Eisenbahnspiel, äh, Betrieb mit meinen manchmal ungeduldigen Kindern kommt dies sehr entgegen, weil man im Endbahnhof nicht umsetzen muss. Aber auch mit verpendelten Nahverkehrszügen (S-Bahn, Talent, etc) ist ein interessanter Betrieb auf einer Punkt-zu-Punkt-Anlage möglich. Und auch in Ep.V vorbildgemäss. Selbst ICE3 und TGV können auf Einspurstrecken eingesetzt werden - wenn sie sich auf Zulaufstrecken zum Hochgeschwindigkeitsnetz befinden. (TGV Bern-Paris im Val de Travers, ICE3 zwischen Winterthur und Schaffhausen. Natürlich fahren sie auf diesen Nebenlinien nicht mit Hochgeschwindigkeit )

Auch Güterverkehr gibt es noch. Zumindest in der Schweiz gibt es einen erheblichen Einzelwagenladungsverkehr. Im Dorf haben wir eine Getreideverladeanlage (Silowagen), im Nachbardorf ein Betonwerk (Zementwagen), usw. usf. Gänzlich abhanden gekommen ist nur der Stückgutverkehr ab dem örtlichen Güterschuppen.

Wer unbedingt "Züge durchrauschen" und zugucken will, kann das natürlich auch tun. Dann ist aber ein zweigleisiger Hundeknochen mit Selbstblocksystem (und passendem Schattenbahnhof) vermutlich die bessere Wahl. Es kommt halt darauf an, was man will. Lokführerbetrieb geht auch in Ep.V.

Felix
OOK Offline


Beiträge: 904


12.11.2008 21:52
#7 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

In Antwort auf:
Zitat Andreas Weise:
Was ich mit diesem Werdegang sagen will: Die auf Deiner Homepage vorgestellten Tipps zur Anlagenplanung sind in meinen Augen nur für "gestandene" Modellbahner geeignet, die sich mit historischen Bahnmotiven noch identifizieren können. Wenn ich da an die heutige Jugend denke, die diese ganzen Nebenstrecken (da fast alle stillgelegt) sowie intensivem Ortsrangierbetrieb gar nicht mehr kennen kann, kann man m. E. nur noch mit Anlagenvorschlägen punkten, auf der auch Hochgeschwindigkeits-, Wende- und Ferngüterzüge glaubwürdig zum Einsatz kommen.


Selbstverständlich möchte ein junger Mensch das nachbauen und nachgestalten, was er als reale Eisenbahn erlebt (hat). Klar, dass sie nicht das gesehen haben, was ich als Fünfjähriger sah. Im Prinzip ist ja auch nichts Falsches dran, immer das Neueste auf einer Modellbahn darzustellen. Dann kommt man, wie Andreas Weise ganz richtig konstatiert hat, zu einem Bahnhof mit lauter rückgebauten Weichen in denen ein liegengebliebener ICE nicht mehr überholt werden kann. Kennt man ja aus dem richtigen Leben. Noch weiter zurückgebaut ist die Strecke dann ohne Schienen, das wirkt sich beim Modellnachbau sehr kostensenkend aus.
Aber im Ernst: Wenn man älter wird - das fängt schon kurz nach Zwanzig an - beginnt ein Sinn fürs Historische sich zu entwickeln. Man liest und nimmt Informationen auf über das Vergangene und manches erscheint dann reizvoller als das Gegenwärtige. Ich bilde ja auch nicht die Eisenbahn nach, die ich als Fünzehn- oder Zwanzigjähriger erlebt habe, sondern die von 1932, da war ich -8 Jahre alt.

Es ist aber nicht nur die Nostalgie, die mich so einen alten satus quo nachbilden lässt, sondern die Tatsache, dass Eisenbahnverkehr damals spannender war. Ich will ja etwas tun beim Betrieb, nicht nur zuschauen, wie die Wendezüge vorbeirauschen, will umsetzen, Wagen zustellen, will Zugkreuzungen "zelebrieren", wie HFy das immer so schön gesagt hat.

OOK
http://bae-ook.jimdo.com/

jpachl Offline


Beiträge: 50


13.11.2008 11:07
#8 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Zitat von fgee

Auch Güterverkehr gibt es noch. Zumindest in der Schweiz gibt es einen erheblichen Einzelwagenladungsverkehr. Im Dorf haben wir eine Getreideverladeanlage (Silowagen), im Nachbardorf ein Betonwerk (Zementwagen), usw. usf. Gänzlich abhanden gekommen ist nur der Stückgutverkehr ab dem örtlichen Güterschuppen.


Auch in Deutschland ist der Güterverkehr ein Wachstumsmarkt, nicht nur im KLV. Auch der Einzelwagenverkehr hat nach wie vor große Bedeutung. Und es wird auch noch immer viel rangiert. Verschwunden sind allerdings die Ortsgüteranlagen in den kleinen Bahnhöfen. Das Rangiergeschäft findet heute fast nur noch in Anschlussbahnen statt, in Unterwegsbahnhöfen nur dann, wenn dort Übergabegleise zu Anschlussbahnen vorhanden sind. Damit ist aber auch auf Anlagen nach modernem Vorbild interessanter Rangierbetrieb möglich. Viele Grundsätze der Anlagenplanung von OOK lassen sich durchaus in die heutige Zeit übertragen, man muss nur das Motiv entsprechend anpassen. Auf einer Güterstrecke durch ein Industriegebiet, die mehrere Anschlussbahnen bedient, oder auch einer Anschlussbahn als Anlagenhauptthema lässt sich Rangierbetrieb nachbilden, der der Epoche III in nichts nachsteht. Ich überlege direkt, auch mal eine moderne Anlage zu planen, vor allem weil es 40 Jahre nach dem Ende der Dampftraktion jetzt wieder neue Triebfahrzeuge gibt (z.B. class 66, Gravita), die mir im Gegensatz zu den Diesel- und Elloks der 1960er bis 1990er Jahre vom Design her sehr gefallen.

Jörn

CST Offline


Beiträge: 18


18.11.2008 01:57
#9 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Hallo in die Runde,

ich löse das Epoche-V-"Problem" durch einen Übergangsbahnhof zu einer Privatbahn im Schwarzwald. Solche kleinen EVUs (bzw. EIUs) stehen dem Einzelwagenverkehr häufig offen gegenüber, steigert er doch direkt die Auslastung ihrer wenigen Fahrzeuge und Streckenkilometer. Seit Mora-C sind sie auch im Auftrag der DB außerhalb ihres eigenen Netzes unterwegs bzw. holen sich "ihre" Güterwagen selbstständig vom nächsten DB-Gütertarifknoten.

Da die DB Netz vielerorts die Ladegleise abgebaut hat, wird das Schwarzwaldholz im Umkreis von 50km alles zu mir transportiert und dort auf der Privatbahn verladen - direkt abgeschaut beim Vorbild. Auch gibt es noch ein in der Kulisse verschwindendes Industriestammgleis, welches je nach Lust und Laune verschiedene Güter erzeugen bzw. empfangen kann. Mit Schiebewandwagen kann man nicht viel verkehrt machen, aber auch ein Gastank, ein Lebensmittel-Großhandel oder ein Schrotthandel können beliefert werden. Muss ja nicht jeden Tag sein.

Sogar ein kleines Containerterminal wäre denkbar - wird im Vorbild nahe St. Georgen (Namensspender meiner Anlage) sogar angedacht - siehe http://www.badische-schwarzwaldbahn.de/news.html unter "Güterverkehr". Gäbe es meine Privatbahn wirklich, würde das Terminal natürlich dort liegen, da sie dem schwerfälligen DB-Konzern wie immer voraus wäre.

Daneben stellen die Triebwagen Taktanschlüsse zu den RE- und IR-Zügen der Schwarzwaldbahn sicher. An Schultagen kommt sogar ein alter MAN-Schienenbus oder eine Diesellok mit Umbauwagen als halb-historischer Schülerzug zum Einsatz. An Sommer-Sonntagen auch gerne der Dampfzug der örtlichen Eisenbahnfreunde.

Übrigens liegt der Reiz der Epoche V doch erst an der Kombination von Altem und Neuem. Der nutzlose alte Güterschuppen verströmt seinen maroden Charme, das zugewachsene Gleis davor wird zum Abstellen von Wagen verwendet. Zwei Gleise weiter wurden Regionalisierungsmittel für den Bau eines "geleckten" neuen Bahnsteigs zweckentfremdet - das ist die neue Romantik!

Generell gilt: Nur weil der 0-8-15-Wald-und-Wiesenbahnhof um die Ecke keinen GV mehr hat, kann man trotzdem ein glaubwürdiges Bild mit modernem GV zeichnen. Die geschickte Vorbildwahl gehört schließlich in jeder Epoche dazu.

(Auch viele Epoche-3-Stationen wären im Modell sehr langweilig *gähn*... )

[Disclaimer: Ich spreche über eine noch nicht betriebsbereite Anlage. Ich sollte das Konzept beizeiten mal genauer vorstellen...]

Ciao
Christoph

OOK Offline


Beiträge: 904


18.11.2008 08:07
#10 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Kleiner Ordnungsruf vom Moderator:
dieser Faden ist vorgesehen für Lesermeinungen und Kommentare zum e-book. Nun sind andere Themen rein gekommen, die für sich sehr interessant sind, aber in einen eigenen Faden gehören. Speziell im letzten Beitrag von CST geht es ja um konzeptionelle Überlegungen. Dafür gibt es das Unterforum "Anlagenkonzeptionen unabhängig vom e-book"
für euer Verständnis!

OOK
http://bae-ook.jimdo.com/

wölli

25.11.2008 16:45
#11 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Lieber Modellbahnkollege,
Zu der erschöpfenden Darstellung von Modellbahnkonzeptionen habe ich noch eine Anmerkung. Ich zitiere: "Ein 'über den Anlagenrand hinaus' gefahrener Zug soll normalerweise auch wieder irgendwann zurück auf den dargestellten Teil der Anlage kommen." Muß er nicht: wer wird sich schon stundenlang auf einem Bahnhof aufhalten, um den Gegenzug zu sehen? Kaum einer; will heißen: Auf meiner An-Der-Wand-Anlage fahren die Züge im Kreis und der Betrachter steht in der Mitte des Raumes. Ein Teil des Kreises ist der Schattenbahnhof. Ein Zug fährt aus dem SchB ein, hält und fährt wieder weg in den SchB - Schluß. Und so geht es, bis alle Züge durch sind. Dann geht das Licht aus und der Modellbahntag ist zu Ende; die Rückfahrt gibt es garnicht zu sehen. Alle schwierigen Konstruktionen wie Kehrschleifen, Wendel, Spiralen sind vollkommen überflüssig und es gibt dennoch einen vorbildgerechten Betrieb, auch nach Fahrplan.
NB Nicht immer kommen die Züge gewendet wieder zurück; häufig wird nur die Lok umgesetzt und die Wagenfolge bleibt gleich. Dieser Umstand kommt z.B. bei Hundeknochen-Anlagen etc. nicht zum Tragen...
Mich würde Ihre Meinung interessieren.
Schöne Grüße
W. Winterhager, Bochum

OOK Offline


Beiträge: 904


26.11.2008 11:35
#12 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Zitat von wölli
Ich zitiere: "Ein 'über den Anlagenrand hinaus' gefahrener Zug soll normalerweise auch wieder irgendwann zurück auf den dargestellten Teil der Anlage kommen." Muß er nicht: wer wird sich schon stundenlang auf einem Bahnhof aufhalten, um den Gegenzug zu sehen? Kaum einer; will heißen: Auf meiner An-Der-Wand-Anlage fahren die Züge im Kreis und der Betrachter steht in der Mitte des Raumes. Ein Teil des Kreises ist der Schattenbahnhof. Ein Zug fährt aus dem SchB ein, hält und fährt wieder weg in den SchB - Schluß. Und so geht es, bis alle Züge durch sind. Dann geht das Licht aus und der Modellbahntag ist zu Ende; die Rückfahrt gibt es garnicht zu sehen.

wölli hat durchaus Recht. Die Konzeption des Zugspeichers als Teil eines Rings fehlt bisher im Kap.5. Im Model Railroader sieht man in letzter Zeit vermehrt Konzeptionen dieser Art.
Dennoch bleibt der Einwand, dass im richtigen Leben jeder Zug einen Gegenzug hat. Aber auch das passt hier durchaus hinein. Mann braucht ja nur zwei identische Züge parat zu halten, von denen der eine im Uhrzeigersinn und der andere im Gegensinn verkehrt und schon geht die Sache auf. Das dürfte allerdings bei einer Strecke mit sehr vielen unterschiedlichen Zügen gewaltige Zuspeicher erfordern.

Es gibt hier noch viel mehr zu sagen, aber das soll in dieser Leserbrief-Rubrik reichen. Wir können die Diskussion gerne im Unterforum zum Kap.5 fortsetzen.

OOK
http://bae-ook.jimdo.com/

eisenhans Offline


Beiträge: 115


26.11.2008 19:21
#13 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Zitat von OOK
Zitat von wölli
Ich zitiere: "Ein \'über den Anlagenrand hinaus\' gefahrener Zug soll normalerweise auch wieder irgendwann zurück auf den dargestellten Teil der Anlage kommen." Muß er nicht: wer wird sich schon stundenlang auf einem Bahnhof aufhalten, um den Gegenzug zu sehen? Kaum einer; will heißen: Auf meiner An-Der-Wand-Anlage fahren die Züge im Kreis und der Betrachter steht in der Mitte des Raumes. Ein Teil des Kreises ist der Schattenbahnhof. Ein Zug fährt aus dem SchB ein, hält und fährt wieder weg in den SchB - Schluß. Und so geht es, bis alle Züge durch sind. Dann geht das Licht aus und der Modellbahntag ist zu Ende; die Rückfahrt gibt es garnicht zu sehen.

wölli hat durchaus Recht. Die Konzeption des Zugspeichers als Teil eines Rings fehlt bisher im Kap.5. Im Model Railroader sieht man in letzter Zeit vermehrt Konzeptionen dieser Art.
Dennoch bleibt der Einwand, dass im richtigen Leben jeder Zug einen Gegenzug hat. Aber auch das passt hier durchaus hinein. Mann braucht ja nur zwei identische Züge parat zu halten, von denen der eine im Uhrzeigersinn und der andere im Gegensinn verkehrt und schon geht die Sache auf. Das dürfte allerdings bei einer Strecke mit sehr vielen unterschiedlichen Zügen gewaltige Zuspeicher erfordern.
Es gibt hier noch viel mehr zu sagen, aber das soll in dieser Leserbrief-Rubrik reichen. Wir können die Diskussion gerne im Unterforum zum Kap.5 fortsetzen.


Ich sehe da eine Gefahr: wenn die Strecke per Schattenbahnhof zu einem Ring geschlossen wird, dass gerät auch der orthodoxeste Betriebsbahner in Versuchung "einfach mal so" seine Züge im Kreise gurken zu lassen - und schon wird das point-to-point-prinzip verwässert. Andererseits: eine in sich logische Konzeption ist das schon. Wenn man diszipliniert genug ist, durchaus in Betracht zu ziehen.
Meint

Der Eisenhans

fgee Offline


Beiträge: 118

26.11.2008 20:19
#14 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

In Antwort auf:
in Versuchung "einfach mal so" seine Züge im Kreise gurken zu lassen - und schon wird das point-to-point-prinzip verwässert


Und wenn schon. Was soll daran schlecht sein?

"Model Railroading is Fun" - das darf doch auch mal eine fröhliche Runde einschliessen. Immerhin hat man mit so einem Konzept die Wahl.

Felix

eisenhans Offline


Beiträge: 115


27.11.2008 09:45
#15 RE: ebook "Modellbahn Anlagen-Design" Thread geschlossen

Zitat von fgee

"Model Railroading is Fun" - das darf doch auch mal eine fröhliche Runde einschliessen.

Solange der Akzent auf auch mal liegt, habe ich damit keine Probleme. Ich wollte nur den zarten Hinweis gegeben haben, dass aus dem auch mal im Laufe der Zeit leicht ein Habitus werden könnte. Es soll ja den so genannten inneren Schweinehund geben.
Meint

Der Eisenhans

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