Zitat von fgee "Model Railroading is Fun" - das darf doch auch mal eine fröhliche Runde einschliessen.
Zitat von eisenhans
"Solange der Akzent auf auch mal liegt, habe ich damit keine Probleme. Ich wollte nur den zarten Hinweis gegeben haben, dass aus dem auch mal im Laufe der Zeit leicht ein Habitus werden könnte. Es soll ja den so genannten inneren Schweinehund geben."
Ich finde, man sollte nicht den Fehler machen, Modellbahner in eine Art vertikale Hierarchie einteilen zu wollen, vielleicht auch noch mit Initiationsritualen oder Aufstiegsprüfungen ins nächsthöhere level. Jeder, der sich mit der Materie befasst, wird nach einer gewissen Zeit zu irgendeinem Konzept finden, das dann für ihn das bestimmende und zu Recht alleinseligmachende ist, und das er auch gegen andere abweichende verteidigen wird. Doch sind alle diese Betrachtungsweisen eher gleichberechtigt nebeneinander zu sehen. Dann braucht es auch keinen "Schweinehund", den es zu bekämpfen gilt, oder dem man zu unterliegen meint, wenn man sich mal auf ein vorgeblich tieferliegendes Niveau begibt.
Zitat von sieben_k Ich finde, man sollte nicht den Fehler machen, Modellbahner in eine Art vertikale Hierarchie einteilen zu wollen, vielleicht auch noch mit Initiationsritualen oder Aufstiegsprüfungen ins nächsthöhere level. Jeder, der sich mit der Materie befasst, wird nach einer gewissen Zeit zu irgendeinem Konzept finden, das dann für ihn das bestimmende und zu Recht alleinseligmachende ist, und das er auch gegen andere abweichende verteidigen wird. Doch sind alle diese Betrachtungsweisen eher gleichberechtigt nebeneinander zu sehen. Dann braucht es auch keinen "Schweinehund", den es zu bekämpfen gilt, oder dem man zu unterliegen meint, wenn man sich mal auf ein vorgeblich tieferliegendes Niveau begibt.
Zu meiner persönlichen Auffassung des Hobbys Modelleisenbahn gehört, dass es mir ein Anliegen ist, meine Sache gut zu machen. Heute besser als vor zwanzig Jahren und morgen möglichst noch ein wenig besser. Darin unterscheide ich mich nicht von den meisten Hobby-Schachspielern, -Fußballern oder –Muckibudenbesuchern. Auch im Hobby ist Lernen und Wachstum sinnstiftend. In wie weit mein Streben nach „Besserem“ von Erfolg gekrönt ist, lassen wir mal dahin gestellt. Andere sind da an vielen Stellen weiter. Und dies festzustellen, würde ich nicht als Hierarchie betrachten. Die gibt es beim Sport, z.B. beim Fußball, viel eher.
Ich mache mich stark für eine gewisse Richtung des Modellbahnhobbys und engagiere mich dafür. Dazu gehört auch die Einrichtung dieses Forums. Wenn wir alle nur weiter so vor uns hinspielen wollten, wozu bräuchten wir da ein Forum? Ein Unterfangen wie das e-book Modellbahn-Anlagen-Design wäre auch nicht notwendig, um die zehntausendundvierte Variante vorzustellen, wie man im Kreise fahren kann.
Und damit bin ich bei dem von eisenhans losgetretenen Thema angelangt. Nicht erst seit meinem letzten Ferrosophie-Beitrag wissen die meisten Leser dieses Forums, dass ich ein einigermaßen orthodoxer Anhänger des point-to-point-Betriebes bin. Darüber habe ich schon so viel geschrieben, dass ich mich hier wiederholen müsste. Die Essenz des Ganzen ist: Will ich Fahrzeugmodelle probe- oder schaulaufen lassen oder will ich eine Modell-Eisenbahn? Ich will das Letztere – so gut es eben geht. Und eine Eisenbahn, die im Kreise fährt, gibt es allenfalls als U-Bahn-Ring.
Dass eine Modellbahn in Kreise zu fahren hat, ist so fest im kollektiven Bewusstsein verankert, dass die Idee, es anders zu machen, immer noch als abwegig, besserwisserisch oder von einigen gar als Affront angesehen wird. Das macht meine Initiativen beschwerlich, aber auch sinnvoll.
Um vom Kreisfahren zum hin-und-her-Fahren überzugehen, braucht es kein Initiationsritual, es sei denn, man nennt die schlichte Einsicht, dass das Vorbild es genauso macht, so. Unabhängig von der Frage, was dem einzelnen in der Ausübung seines Hobbys Spaß macht, wird niemand ernsthaft bestreiten wollen, dass der hin-und-her-Betrieb näher am Vorbild liegt als das Kreisfahren, genauso wie ein Dampflokmodell mit korrekten Raddurchmessern näher am Vorbild ist als eins mit falschen.
Es ist keineswegs so, dass ich eine Lok mit (geringfügig) falschen Raddurchmessern nicht auf meiner Anlage akzeptieren würde – aber nur, wenn ich absolut keine Möglichkeit sehe, es korrekt zu machen.
fgee schreibt: "Model Railroading is Fun" - das darf doch auch mal eine fröhliche Runde einschliessen." Das wäre für mich, wie wenn ich einem Schachpartner vorschlagen würde, heute mal die Türme auch diagonal und im Rösslsprung ziehen zu lassen, um mehr „fun“ zu haben. Fun ja, aber vielleicht müssten wir dann doch eine „Aufstiegsprüfung“ machen, um wieder bei den anderen Schachspielern anerkannt zu werden.
Vielleicht noch ein Wort zu dem von eisenhans eingebrachten Begriff des inneren Schweinehundes. Ich kenne das auch. Beim Bau von Modellen sehe ich oft eine Möglichkeit, es sehr gut und sehr richtig zu machen - aber es ist unerhört zeitraubend und fummelig. Dann sagt mein innerer Schweinehund: "Komm, lass es locker gehen, das sieht nachher doch keiner." Und ich versuche immer, gegen ihn standzuhalten.
In Antwort auf:Ich mache mich stark für eine gewisse Richtung des Modellbahnhobbys und engagiere mich dafür... Wenn wir alle nur weiter so vor uns hinspielen wollten, wozu bräuchten wir da ein Forum?
Einverstanden. Nur: Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Leutz sich mehr überlegen würden beim Anlegen ihrer Bahnhöfe und den Sinn jeder Weiche, jeden Gleises kennen.
Es liegt wirklich nicht am "Kreis". Zwei der in OOK's Sinn "vorbildlichsten" Anlagen, die ich kenne, sind kreisförmige Anlagen! Ich denke da an die SBB-Ausbildungsanlage im Centre Loewenberg bei Murten, und an die Ausbildungsanlage an der ETH in Zürich. Auf beiden Anlagen wird nach Fahrplan gefahren, an derjenigen im Centre Loewenberg werden an 6 Tagen in der Woche zukünftige echte Fahrdienstleiter trainiert.
Die Züge fahren im Kreis. Nach Fahrplan. Die Mitspieler, äh Azubis, merken davon aber nichts. Sie haben Dienst an ihrem Bahnhof, der Teil der Anlage ist, und die Züge kommen von irgendwo und gehen nach irgendwo - genauer: Verkehr und Kommunikation werden mit den jeweiligen Nachbarstationen abgewickelt. Das sieht nicht nur vorbildlich aus, das ist vorbildlich, da ja das Personal des Vorbilds ausgebildet wird.
So gesehen kann Kreisverkehr, bzw. ein Ausschnitt davon, durchaus einen Ausschnitt des Vorbildes abbilden. Das passiert aber nicht automatisch - dazu braucht es eine Konzeption.
Dieser Thread heißt "Leserbriefe" - Leser des e-books "Modellbahn Anlagen-Design" geben ihre Meinung dazu kund" Davon sind wir in Windeseile ganz weit weg gekommen. Die hochspannende Diskussion über den Sinn des Kreisverkehrs bei Modellbahnen gehört woanders hin, möglicherweise in einen eigenen Thread in einem anderen Unterforum. Ich werde daher dieses Thema nach den nächsten 1-2 Postings schließen, spätestens heute Nacht.
Wer dann einen weiteren Leserbrief einstellen möchte, macht bitte ein neues Thema dazu auf. Und dann gilt: hier nur Leserbriefe mit direktem Bezug zum e-book, und kurze Reaktionen darauf, auch diese auf der Grundlage des e-book, tiefere Diskussionen an den dafür vorgesehenen Plätzen.
Diese Diskussion kann nun im Forum Anlagen-Konzeptionen außerhalb des e-books unter dem Thema Kreisverkehr vs. poin-to-point-Betrieb fortgesetzt werden, wohin ich die letzten sechs Beiträge verschoben habe. Moderator