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Dieses Thema hat 106 Antworten
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 VI.7. Animation
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Rainer Offline



Beiträge: 39

30.10.2008 01:37
#16 RE: Sinn und Unsinn von Animation antworten
Irgendwann in meiner Entwicklung zum Modellbahner drängte die Frage nach Beleuchtung der damals entstehenden Anlage auf Entscheidung. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich dagegen, weil der Aufwand zu groß und der Effekt zu klein war. Oder die Anlage hätte in der Nacht spielen müssen. Aber darauf hatte ich sowieso keine Lust. Also wurde konsequent auf Beleuchtung verzichtet. Allerdings durften sich die Flügel der Faller-Windmühle drehen. Das war dann genug der Gimmicks, da der Faller-Brunnen zwar Wasser sprudelte, man aber nix davon sah (Wasser ist bekanntlich durchsichtig) und deshalb bald abgeschaltet wurde. Mit dem Brunnen hatte mein Vater schon ein paar Jahre vorher gekämpft und ebenso frustriert aufgegeben. Aber im Katalog sah das so toll aus...

Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt, dass nicht alles was möglich ist, auch unbedingt gemacht werden muss und dass die Werbung mehr verspricht, als die Realität hält. Das hat sich im späteren Leben immer wieder bestätigt.

Nach diesem Ausflug in die Binsenweisheiten zurück zum Sinn von Animationen. Irgendwo in den Tiefen des weltweiten Netzes bin ich mal auf eine Seite gestoßen, die sich mit Geräuschen auf der Modellbahn beschäftigte. Man konnte dort auch Geräusche herunterladen und es gab raffinierte Schaltungen, um kleine, dafür aber sehr realistische Effekte zu erzeugen. Eine Sache war z.B. das Zirpen einer Grille, das unterbrochen wurde, wenn sich jemand der Geräuschquelle näherte. Im Übrigen war dort zu lesen, dass die Hintergrundgeräusche so leise abzuspielen seien, dass man sie gerade noch hören kann, sie also mehr unbewusst als bewusst wahrgenommen werden.

Das ist wohl der Schlüssel: eine Animation sollte so natürlich und unaufdringlich sein, dass sie von einem Betrachter der Anlage nicht als "Gimmick", sondern als etwas "Selbstverständliches" empfunden wird. Sie darf nicht als Fremdkörper wirken, sondern muss sich harmonisch in das "Ganze", also die Anlage, einfügen. Und das ist natürlich erheblich einfacher gesagt, bzw. geschrieben, als umgesetzt.

Neben den kaum hörbaren Hintergrundgeräuschen gehört dazu idealerweise auch ein leichter Windzug um "Draußen" zu signalisieren. Der dürfte aber, je nach Anlage, noch schwieriger zu erzeugen sein als das laufende Pferd. Der Punkt ist, dass nicht die große Action den Realismus fördert (und darum geht es uns ja wohl), sondern die kleinen Dinge. Und die sind dann wahrscheinlich auch nicht nervig, da man sie aus dem richtigen Leben kennt und erwartet.
Wenn aus dem Steinbruch ab und zu mal ein Klopfen zu hören ist und es bei der Beladung der Wagons mit Gestein ordentlich (aber nicht allzu laut) rumpelt, dürfte das ok sein. Ebenso wie sich unregelmäßig bewegende Schatten im Hüttengebäude oder das Sägegatter im Sägewerk. Aber dann durchgängig auf der ganzen Anlage und dezent im Hintergrund. Alles, was direkt mit dem Betrieb der Bahn zu tun hat sollte eindeutig als solches erkennbar sein. Wenn man nicht unterscheiden kann, ob gerade lang-kurz-lang gepfiffen wurde oder ob ein Vogel gerufen hat, ist etwas falsch.

Das Be- und Entladen von offenen Wagen kann sehr zum Realismus beitragen, wenn es entsprechend realistisch umgesetzt ist. Vor vielen Jahren habe ich einmal eine Schotterverladung für Om gesehen, die mich echt umgehauen hat: super Modelle gepaart mit deren einwandfreier Funktion. Da wirkte nichts gekünstelt oder fehl am Platze. Es war ein Freude die Modelle zu bedienen und in Funktion zu sehen. Da ich aber nicht in der Lage bin, soetwas sauber hinzubekommen, werde ich einen Teufel tun das nachzubauen. Das kann nur in die Hose gehen. Und dann ist es keine Bereicherung des Betriebes und der Anlage mehr, sondern nur noch peinliche Effekthascherei.

Rainer
wjk Offline



Beiträge: 150

30.10.2008 08:58
#17 RE: Sinn und Unsinn von Animation antworten

Zitat von Rainer

Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt, dass nicht alles was möglich ist, auch unbedingt gemacht werden muss und dass die Werbung mehr verspricht, als die Realität hält. Das hat sich im späteren Leben immer wieder bestätigt.
Nach diesem Ausflug in die Binsenweisheiten zurück zum Sinn von Animationen. Irgendwo in den Tiefen des weltweiten Netzes bin ich mal auf eine Seite gestoßen, die sich mit Geräuschen auf der Modellbahn beschäftigte. Man konnte dort auch Geräusche herunterladen und es gab raffinierte Schaltungen, um kleine, dafür aber sehr realistische Effekte zu erzeugen. Eine Sache war z.B. das Zirpen einer Grille, das unterbrochen wurde, wenn sich jemand der Geräuschquelle näherte. Im Übrigen war dort zu lesen, dass die Hintergrundgeräusche so leise abzuspielen seien, dass man sie gerade noch hören kann, sie also mehr unbewusst als bewusst wahrgenommen werden.
Das ist wohl der Schlüssel: eine Animation sollte so natürlich und unaufdringlich sein, dass sie von einem Betrachter der Anlage nicht als "Gimmick", sondern als etwas "Selbstverständliches" empfunden wird. Sie darf nicht als Fremdkörper wirken, sondern muss sich harmonisch in das "Ganze", also die Anlage, einfügen. Und das ist natürlich erheblich einfacher gesagt, bzw. geschrieben, als umgesetzt.
Neben den kaum hörbaren Hintergrundgeräuschen gehört dazu idealerweise auch ein leichter Windzug um "Draußen" zu signalisieren. Der dürfte aber, je nach Anlage, noch schwieriger zu erzeugen sein als das laufende Pferd. Der Punkt ist, dass nicht die große Action den Realismus fördert (und darum geht es uns ja wohl), sondern die kleinen Dinge. Und die sind dann wahrscheinlich auch nicht nervig, da man sie aus dem richtigen Leben kennt und erwartet.
Wenn aus dem Steinbruch ab und zu mal ein Klopfen zu hören ist und es bei der Beladung der Wagons mit Gestein ordentlich (aber nicht allzu laut) rumpelt, dürfte das ok sein. Ebenso wie sich unregelmäßig bewegende Schatten im Hüttengebäude oder das Sägegatter im Sägewerk. Aber dann durchgängig auf der ganzen Anlage und dezent im Hintergrund. Alles, was direkt mit dem Betrieb der Bahn zu tun hat sollte eindeutig als solches erkennbar sein. Wenn man nicht unterscheiden kann, ob gerade lang-kurz-lang gepfiffen wurde oder ob ein Vogel gerufen hat, ist etwas falsch.
Das Be- und Entladen von offenen Wagen kann sehr zum Realismus beitragen, wenn es entsprechend realistisch umgesetzt ist.
Rainer


Eine gute Beschreibung, wann ein Geräusch (und eine Bewegung) sinnvoll und positiv wirkt. Wobei ich faszinierend finde, dass sich im Moment die Mehrzahl der Beiträge um ein Thema dreht, das früher in keiner Form abgearbeitet wurde. Geräusche. Wen interessierte das?
Animation wäre vor nicht allzu langer Zeit nur ein Synonym für Bewegung gewesen. Ist die Entwicklung hin zur Verarbeitung von Geräuschen ein Zeichen dafür, dass es schwieriger wird, sich von anderen Anlagen abzugrenzen? Ist es ein Zeichen dafür, dass das was technisch möglich ist, auch regelmäßig (unbedingt?) Auswirkungen auf die Gestaltung (m)einer Anlage hat?
Was mich irritiert: wir diskutieren darüber, dass eine Anlage nicht dadurch gut wird, dass sie die Hauptbahnhöfe von Hamburg, Köln und München auf einmal darzustellen versucht. Ganz im Gegenteil wird die Reduzierung auf eine Nebenbahn mit nur einem Landbahnhof als gelungen angesehen. Aber das muß dann so perfekt umgesetzt werden, dass sogar der Hund des Bahnhofvorstehers die Hühner mit passenden Geräuschen und synchronen Bewegungen jagt? Ich stoße im Moment an gewisse Grenzen. Sicher ist vieles vorstellbar. Aber muß das alles sein?

OOK Offline




Beiträge: 4.090

30.10.2008 10:39
#18 RE: Sinn und Unsinn von Animation antworten

Eigentlich gehört das Thema Animation gar nicht im engeren Sinn zum Anlagen-Design. Aber es ist derzeit das lebendigste Unterforum, also lasse ich es gern laufen.
Die BAE wird oft als Beispiel herangezogen (nicht nur von mir). Das ist für Leute, die die BAE nicht kennen, vielleicht nicht so interessant. Daher hatte ich die Idee, im Harzbahnforum ein eigenes Unterforum zur Animation bei der BAE einzurichten. Wen das interessiert, der mag mal dort schauen: http://115518.homepagemodules.de/f92-Animationen.html

Lasst uns hier wie gewohnt weitermachen, aber mögl. nicht so BAE-bezogen. Das BAE-Bezogene verhandeln wir dann a.a.O.

OOK
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sieben_k Offline



Beiträge: 111

07.11.2008 13:07
#19 RE: Sinn und Unsinn von Animation antworten

Mir scheint, das Thema ist ziemlich ausdiskutiert. Ein Punkt ist mir aber noch eingefallen: Warum nervt uns das ganze Zeugs in der Regel, wo die Interessenten es doch um der Wirklichkeitstreue willen extra installieren? Vermutlich beruht das darauf, daß die Konfrontation mit Sinneseindrücken (die durch Animationen ja simuliert werden sollen) in der Wirklichkeit stets als natürlich empfunden wird, wenn sie zu einem bestimmten Aufenthaltsort eben dazugehört: Bin ich in einem Sägewerk, höre ich die spezifischen Geräusche, sehe die entsprechenden Bewegungen. Begebe ich mich aber nur 500m weiter, ist das alles ausgelöscht und ich unterliege ganz anderen, wiederum als natürlich empfundenen Eindrücken, seien es Kirchenglocken, Wasserfall usw.
Auf vielen Anlagen ist in der Regel alles "an" (oder wird im besten Fall durch Zufallsgeneratoren ein- und ausgeblendet), so daß in der Summe eine undefinierbare Soße entsteht. Stichwort: Reizüberflutung.
Ein Ausweg erscheint schwierig, ich versuche nochmal ein paar provozierende Gedanken, die zugegeben z.T. schon ausgesprochen wurden:
- genereller Verzicht auf Animationen, die man im wirklichen Leben gar nicht oder selten wiederfindet, das sind die, welche sich am schnellsten abnutzen, vermutlich aber die beliebesten.
- partielles Einblenden bei dominierenden Animationen, die an bestimmte Schauplätze gebunden sind; vielleicht an die Annäherung eines fahrenden Zuges gekoppelt, dem in der Regel ja auch die Aufmerksamkeit des Betrachters folgt. Der Idealfall ist hierbei natürlich eine Konzeption, bei der der Betrachter tatsächlich eine räumliche Annäherung vollzieht, sprich Zungenanlage oder Trennkulissen (da könnte das Sägewerk tatsächlich leise dauernd laufen!) Aber denkbar ist doch auch, daß eine Betriebsstelle ein bißchen zum Leben erwacht, wenn sich eine Übergabe diesem Ziel nähert, ansonsten aber Ruhe gibt.
- falls es sich um Geräusche handelt: Bedenken, wie nahe man dem Objekt wirklich kommen müsste, um vergleichbare Lautstärken wahrzunehmen; übertrieben ausgedrückt: Sich gedanklich in ein H0 oder 0-Männchen versetzen.
- alles, was mit den Zugfahrten selbst zu tun hat: Na das hatten wir wirklich schon ausführlichst.
Und nie aus den Augen verlieren: Das Rascheln der Frachtpapiere des Nahgüterzugs ist als Animation gegenüber der Feuerwehrsirene in jedem Fall vorzuziehen, wenn der Schwerpunkt sowohl auf "Modell" als auch auf "Bahn" liegen soll.

Peter

Wolfgang Offline




Beiträge: 74

07.11.2008 17:00
#20 RE: Sinn und Unsinn von Animation antworten
- und, ganz wichtig, die Lautstärke. Die wird schon als störend empfunden, wenn die Lok zu laut ist. Wie Peter bemerkte, Lautstärke in 1:87 !

Manchmal benutze ich bei mir im Keller auch dabei den Ausschalter. Besonders, wenn ich alleine fahre und zwei Lokomotiven vor sich hin dieseln.

Wolfgang
OOK Offline




Beiträge: 4.090

07.11.2008 17:29
#21 Lautstärke antworten

Zitat von Wolfgang
- und, ganz wichtig, die Lautstärke. Die wird schon als störend empfunden, wenn die Lok zu laut ist. Wie Peter bemerkte, Lautstärke in 1:87 !

Oh ja, da sagst du was! Ich erinnere eine Ausstellung bei dem Modellbahnfreunden Kaarst, wo ich einen Mittelpuffer-Stand hatte, Rücken an Rücken mit einem Modellbahner aus einem westlichen Nachbarland. Der hatte eine Art Timesaver-Anlage nach american prototype und rangierte mit einer einzigen Diesellok. Die hatte Sound - und zwar 1:1. Unter der Anlage, das konnte ich aus meiner Perspektive gut sehen, standen gewaltige Lautsprecherboxen und Subwoofer, mit denen er den ganzen Saal volldröhnte.

Ich bin mal rum gegangen, um mir das Rangieren mal anzusehen und stellte fest, dass ich das gewaltige Wummern des GM-Diesels nicht mit der winzigen Lok zusammenbringen konnte. Für mich kam das Geräusch aus den Lautsprechern, nicht aus der Lok. Illusion kaputt.

OOK
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Conrail-Markus Offline



Beiträge: 33

23.11.2008 00:29
#22 RE: Lautstärke antworten
Das verstehe ich allerdings auch nicht und es geistert immer wieder durch diverse Foren; angeblich fehlt es den Sounds an Baß und Lautstärke.
Nur was soll das, frage ich mich, warum muß eine 1:87 oder gar 1:160 Lok wie eine 1:1 Lok klingen?

Leider kamen die Soundloks mit QSI und ESU 3.x erst als wir unsere große Clubanlage abreißen mußten aber einmal war es mir noch möglich mit einer Soundlok zu fahren:
Rund 24m entfernt sah man einen Zug entlangrollen, leises hupen war zu hören, mehr nicht. Vom unter Vollast laufenden Dieselmotor war noch nichts zu hören - genau so wie man es vom Bahndamm her kannte. Erst auf den letzten 5-6 Metern begann man die Dieselmotoren zu hören, welche dann immer lauter wurden und in einer realistischen Lautstärke an einem vorbeizogen ... nach den ersten 10-15 Wagen hörte man nur noch das klackern der Räder über den Schienenstößen und aus der Ferne klang das 5-chime Horn ...

So laß ich mir Sound im Modell gefallen aber nicht diese Radaukisten, mit denen viele Ausstellungen heute zu einer akkustischen Folter werden!
windbergbahn Offline



Beiträge: 65

23.11.2008 18:21
#23 RE: Lautstärke antworten

Da sagst du was, Markus! Ich erinnere mich an die letzte "Intermodellbau" in Dortmund, wo jemand das Modell eines Kirmesplatzes animiert hatte. Die ganze Halle war zugedröhnt. Selbst beim Betrachten anderer Anlagen in entfernten Ecken hörte man immer noch das Getöse der diversen "Attraktionen". Ich verbrachte wesentlich weniger Zeit in dieser Halle als ich eigentlich vorhatte. Merkwürdig: haben die Veranstalter keine Regeln die so etwas wie "Zimmerlautstärke" vorgeben? Und warum hat nicht wenigstens der verursachende Club so viel Anstand, die benachbarten Stände nicht mit seiner Interpretation der Welt akustisch zu vergewaltigen?
windbergbahn

OOK Offline




Beiträge: 4.090

23.11.2008 18:52
#24 RE: Lautstärke antworten

Ich empfehle eine Intervention beim MOBA, der die Anlagen verwaltet. der kann / sollte entsprechende Richtlinien aufstellen und die Durchführung überwachen.Wer macht es? (ist aber off-topic!)

OOK
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Lutterberger Offline




Beiträge: 120

09.12.2008 16:49
#25 RE: Lautstärke antworten

Zitat von OOK
Ich empfehle eine Intervention beim MOBA, der die Anlagen verwaltet.


Das möchte ich unterstützen, glaube aber nicht an Erfolg, denn der MOBA hat andere Ziele als wir hier. Das Publikum, das er anpeilt, mag das Effekt-Getue sicher mehr als wir.

Es grüßt der Exil-Harzer
Lutterberger

jimknopf Offline




Beiträge: 170

13.01.2009 15:03
#26 RE: Lautstärke antworten

Nun, sehen wir von der Geräuschbelästigung mal ab. Da sind wohl alle einer Meinung.

Was ist denn mit der guten alten Kirmes, warum sollte man da auf Bewegung oder Beleuchtung verzichten? Wir stellen doch mit unserem Hobby die Realität nach und Kirmes gehört doch auch dazu. Oder ein Portalkran, den man digital steuern kann und mit dem man Ladevorgänge nachvollziehen könnte (Zeitfaktor mal nicht beachtet). Oder die altbekannte Wassermühle mit dem Wasserrad, das sich dreht? Warum sollte man solche Dinge nicht auch auf "seiner" Anlage einbauen, wenn man es denn mag? Klar sind blinkende Lichter vielleicht nicht immer das, was man sehen will, wenn man seinem Hobby fröhnt, aber wer sagt denn, dass die Lichter immer blinken, die Karusselle sich immer bewegen, der Kran immer arbeiten oder die Mühle nie stillstehen darf?

Ich finde einiges an beweglichen Modellen recht reizvoll und werde das eine oder andere auf meiner Anlage einbinden sofern der Platz es hergibt.
Nicht als Gegenpart zur Modellbahn, sondern zur Ergänzung der bewegten Bahn. Aber das ist endlich mal reine Geschmackssache.

so long

der Jim

sieben_k Offline



Beiträge: 111

14.01.2009 13:36
#27 RE: Kirmes & Co antworten


Warum man auf Kirmes und ähnliches verzichten sollte?

Man sollte man sich einfach vor Augen halten, dass in der Realität, die immer als Begründung herhalten muß, auch nicht immer und allerorten „Kirmes" – "Verkehrsunfall" – "Hochzeit" – "Sparkassenüberfall" – "brennendes ...."– die Liste der beliebten Standard-Ausschmückungsevents ließe sich endlos verlängern – stattfindet. Wir alle wären sonst schon längst verrückt geworden.

Leider sieht die Anlagen“wirklichkeit“ oft genauso aus, dass am besten all das zusammen installiert wird, was die clevere Zubehörindustrie, der Geldbeutel und der Platz eben hergeben.
Und weil man das dann zwangsläufig auch auf jeder Ausstellung und in jeder einschlägigen Modellbahnzeitschrift bis zum Erbrechen vorgeführt bekommt, sollte man sich einfach fragen, ob das auf der eigenen Anlage auch noch sein muß.
All diese Dinge sind durch den zu häufigen Gebrauch längst abgenutzt und entwertet. Niemand lässt sich davon länger als einen Wimpernschlag beeindrucken oder gar fesseln.

Die Modellbahn (= Modell einer Bahn, nicht von mir) sollte immer im Vordergrund stehen, und der damit verbundene Aufwand käme besser dem vorbildgetreuen Nachvollziehen bahntypischer Probleme zugute (z.B. - Was muß mit welchem Wagen wohin befördert werden? - Passt mein Gleisplan für die erforderlichen Rangiervorgänge? - Hat jede Zug- oder Lokbewegung einen einsehbaren Grund? - Wären meine Reisenden mit dem Fahrplanangebot zufrieden? - Wie steht es mit der Sicherheit?)

Dies ist mühsam, vor allem, weil es keine vorgefertigten Lösungen zu kaufen gibt; findet auch beim Normalpublikum keine allzu große Beachtung, aber dafür wird man wird sich nie fragen müssen: Warum mache ich das eigentlich?

Zum Schluß ein Vorschlag zur Güte, den ich auch schon einmal verwirklicht gesehen habe: Die Kirchweih (Kirmes) auf eine tauschbare Platte, die meiste Zeit sieht man eine freie Brachfläche (tut den überreizten Nerven nur gut), und zu bestimmten Zeiten ist dann halt Leben in der Bude.

Könnte ich für mich selber aber erst akzeptieren, wenn ich für meinen GmP den Frachtbrief für die letzte Kiste Kartoffeln geschrieben habe.

Peter

jimknopf Offline




Beiträge: 170

14.01.2009 16:44
#28 RE: Kirmes & Co antworten
Das, lieber Peter, ist ein Vorschlag, dem ich zustimmen kann. Denn das ist noch näher dran an der Realität. Mal ein einfacher Platz, dann eine Kirmes, dann wieder einfacher Platz auf dem Kinder tollen oder der Oldieclub seine Autos ausstellt...

Ich verstehe sehr wohl den Einwand, dass diese Dinge alle sehr überstrapaziert sind, jedoch finde ich ich einige dieser Dinge recht ansprechend. Wie schon gesagt, es muss ins eigentliche Konzept passen und nicht erschlagend wirken. Die Modellbahn soll leben, daher würde ich solche Szenarien wie Hochzeit, Beerdigung usw. auswechselbar gestalten, so dass das Leben auf der Anlage ebenso fortschreitet wie in der realen Welt. Und wie schon gesagt, dem einen ist der Betrieb wichtig, dem anderen die Atmosphäre und wieder einem anderen das Drumrum und dem nächsten von alledem ein wenig, das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Vorstellung desjenigen von "seiner" Anlage.

in diesem Sinne

der Jim
OOK Offline




Beiträge: 4.090

14.01.2009 18:27
#29 RE: Kirmes & Co antworten

Zitat von jimknopf
aber wer sagt denn, dass die Lichter immer blinken, die Karusselle sich immer bewegen, der Kran immer arbeiten oder die Mühle nie stillstehen darf?

Da haben wir ein Problem eingekreist, das nicht nur bei der Animationsfrage, sondern generell bei der Gestaltung von Anlagen auftritt: Fast alles, was wir da hinstellen, ankleben, draufsieben und gipsen, ist immer da. Jeden Tag, morgens, mittags und abends und in der Nacht. jimknopf meint dazu:
In Antwort auf:
Die Modellbahn soll leben, daher würde ich solche Szenarien wie Hochzeit, Beerdigung usw. auswechselbar gestalten, so dass das Leben auf der Anlage ebenso fortschreitet wie in der realen Welt.
Da kommen mir die alten Glockenspiele mit wechselnden Figurenauftritten in den Sinn: so könnte durch eine Drehscheibe mit einer kleinen Automatik morgens die Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche treten und nachmittags die Trauergesellschaft einer Beerdigung. Vielleicht passt auch noch eine Taufe mit rein, und natürlich kommen immer die passenden Lieder und Psalmen aus der Kirche.

Wenn das einer macht, dessen Formsignale noch mit einem Blitzruck hoch gehen statt langsam in zwei Stufen, dessen Wasserkran man nicht über den sich passend öffnenden Deckel des Wasserkastens drehen kann oder dessen Kohleganzzüge mit der Ladung wieder zurück zur Zeche fahren, dann sage ich: der ist gar kein Modellbahner, der benutzt (um nicht zu sagen "missbraucht") die Modellbahn lediglich als Bühne für seine Spielereien.

Wem es wirklich um das Modell einer Eisenbahn geht, der hat damit so gut zu tun, dass er nie dazu kommen wird, derlei Gags zu reißen. Das mag jetzt dem einen oder anderen etwas intolerant klingen, aber wenn man auf den Ausstellungen und in der Fachpresse sieht, was da alles an Klimbim auf einem Exponat vereinigt wird, das den Namen Modell-Eisenbahn trägt, dann mag man's halt irgendwann nicht mehr sehen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

MainstreetUSA Offline




Beiträge: 25

15.01.2009 16:54
#30 RE: Kirmes & Co antworten
Zitat von OOK
... dann mag man's halt irgendwann nicht mehr sehen.


Für mich war es nicht nur ein Anliegen, die "kleinen Szenen" zu wechseln. Im Gegenteil, bis heute macht es uns, auch in der jetzigen Konstellation beim Northeast Corridor großen Spaß, die Figuren un die Autos für jede Ausstellung neu zu arrangieren und zu gruppieren. Erstens fällt einem da immer wieder eine neue Story ein, außerdem gibt es immer mal wieder neue Figuren, die man angemalt oder verändert hat, und bei den Fahrzeugen ist es ähnlich. Diese neuen Dinge will man ja auch zeigen. Ich finde es tödlich, wenn die auswechselbaren Kleinigkeiten eingestaubt auf der Anlage vegetieren, das ist schon für die fixen Bauten schlimm genug. Ohne Frage ist das "Erschaffen" für jeden Analß auch insoweit dienlich, als dass die Erkenntnis reift: Hier genügt auch die Hälfte (an Autos, zum Beispiel). Dieser Prozeß darf gerne ein unendlicher sein.

Gruß
Martin
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