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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 480 mal aufgerufen
 VI.6. Ausstattung und Detaillierung
OOK Offline




Beiträge: 3.657

18.06.2016 10:02
Nördlich von MIWULA ... antworten

... kommt nur noch Pampa. Jedenfalls in modellbahnerischer Hinsicht. Dachte ich. Weit gefehlt: Im neuen Eisenbahn-Journal 7/16 lese ich, dass es in Friedrichstadt in der Nähe von Husum eine weitere große Schauanlage gibt: "Modellbahn-Zauber". Wunder und Zauber sind zwei Begriffe, die ich normalerweise nicht mit meinem Hobby in Verbindung bringe, aber das gemeine Publikum vielleicht. Dass ich damit nicht so ganz falsch liege, besttigt Markus Tiedtke in seiner EJ-Reportage.

Zitat
"Höchst beliebt bei den Besuchern ist stets der vor dem Felsstädter Bahnhof platzierte Vergnügungspark mit seinen zahlreichen funktionsfähigen Fahrgeschäften und Buden aus dem Faller-Sortiment. Per Knopfdruck kann man hier Karussels in Bewegung setzen, die bewegliche Rundkanzel eines Aussichtsturms fährt auf und ab und vieles mehr."


Zu Wunder und Zauber kommt jetzt das Paradies hinzu:

Zitat
"SZENENPARADIES
Wie der Vergüngungspark betrachterfreundlich am vorderen Anlagenrand platziert ist eine Schrebergartenkolonie, die mit vielen liebevollen Details aufwarten kann. Unzählige Blumen von Busch und Noch zieren Parzellen, Funktionsfiguren von Viessmann lassen sich per Knopfdruck in Gang setzen. Immer wieder fällt der Blick auf witzige und skurrile Motive wie ein Punkerfest mitsamt teppichklopferschwingneder Nachbarsrentnerin oder einen vor einem Wildschwein auf eine Baum flüchtenden Kleingärtner."

Wer ist die Zielgruppe?

Zitat
"Vor allem Kinder und ihre Mütter überbieten sich gewöhnlich darin, die vielen Details zu entdecken. die in diesem Anlagenabschnitt verbaut sind. Die Väter blicken im Wortsinn darüber hinweg und erfreuen sich an dem reichhaltigen Zugverkehr weiter hinten."


Die erwähnte Anordung verrät uns einiges: Kirmes und Schrebergärten im Vordergrund, Eisenbahn weiter hinten, zweitrangig sozusagen.
Wenn ich aber auf den Ausstellung und in Anlagenberichten in der Modellbahnpresse sehe, welch große Rolle da ebenfalls Kirmes und blühende Gärten spielen, frage ich mich auch hier': Was ist wesentlich und was zweitrangig?

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

wjk Offline



Beiträge: 150

18.06.2016 11:45
#2 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Wesentlich für Ausstellungsanlagen ist, dass sie ausreichend Einnahmen erzielen, um weiter betrieben werden zu können. Dazu ist es erforderlich, dass ausreichend Publikum freiwillig Eintritt bezahlt. Dies ist um so wahrscheinlicher, je mehr Publikum angesprochen wird. Dazu brauche ich das Interesse der ganzen Familie. Das werde ich nur erreichen, in dem ich das Spektakel rund um das Gleis so groß, bunt und abwechslungsreich als möglich einrichte. Vielleicht gibt es irgendwann ein Ausstellungsgebilde, das auf die Eisenbahn als pseudo-verbindendes Element verzichtet und statt dessen Autobahnkreuze oder Flughäfen einsetzt.
Auf Museumseisenbahnen werden Rangierbewegungen auch nur von wenigen als bereichernd empfunden. Die Masse stört die offenkundige Sinnlosigkeit und der mit den Aktionen verbundene Lärm und Dreck.

vauhundert
Beiträge:

18.06.2016 12:52
#3 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Hallo Otto,

ein paar Minuten vor dem Dienst sind noch drin.

Deine Berechtigte Frage:

Wer ist die Zielgruppe?

ist der Kern des öffentlichen Pudels und lässt sich ebenso kurz und prägnant beantworten:

Wir nicht!

Wie wjk schon ausgeführt hat, sind die Zielgeldbeutel an anderer Stelle zu suchen.
Die einzige Hoffnung die ich dort als einer auf der hellen Seite der Macht haben darf ist,
dass dieses Rummtata irgendeinen Besucher noch soviel kitzelt, das er der Eisenbahn doch mehr Interesse schenkt.

Und dann muß folgendes passieren.
Er muß sein Interesse durch die übliche Presse nicht gedeckt sehen und hinter die Kulissen schauen wollen.
Das erfordert aber eigenständiges Denken und die Bereitschaft den Baum der Erkenntnis selbst suchen zu wollen.
Er wird in der heutigen Zeit erheblich mehr Möglichkeiten (im Netz) vorfinden, als dies vor zwanzig oder dressig Jahren der Fall war.
Wenn er also wirklich mehr will, dann wird er es finden (zu Anfang auch ohne teure Fachliteratur)!

Fazit, wenn auch nur ein verschwindent geringer Teil der Besucher von vielleicht 1/100.000 diesen Weg geht,
hat die Sache neben den Arbeitsplätzen/Steueraufkommen/Sozialkomponennten doch ihren angedachten Zweck erreicht.

Würde man eine Ausstellungsanlage nach unseren Prinzipien eröffnen, dann bin ich von deren wirtschaftlichen Scheitern überzeugt.

Und nun auf nach Minden.

Beste Grüße aus dem Bergischen

Michael

STBR Offline



Beiträge: 183

18.06.2016 13:19
#4 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Zwei interessante Aspekte:
Zu Wjk: Das System "Eisenbahn" oder "Modellbahn" scheint so tief im allgemeinen Bewusstsein verankert zu sein daß es nach wie vor Publikum anzieht. Eine "Modellautobahnausstellung", die ja heute leicht zu realisieren wäre, scheinbar nicht.

Zum Thema Publkum hatte ich vor 3 Wochen die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln. Wir hatten ein kleines H0m-Arrangement im DB-Museum Koblenz-Lützel aufgebaut und über 4 Tage im Zugleitbetrieb a la FREMO bespielt. Die BSW-Mitglieder (mehrheitlich aktive Eisenbahner), die sich in der BSW Gruppe engagieren (also 1:1 als Hobby und Beruf haben) reagierten erstmal mit "mildem Lächeln" auf unseren "Kleinkram" nachdem sie spitzgekriegt hatten WAS wir da veranstalten hieß es "Ihr macht ja Zugleitbetrieb! Habe ich auch mal gelernt, darf ich mitfahren ?" Danach hatten wir dann nur wenig Personalsorgen....

Das "allgemeine" Publikum reagierte erwartungsgemäß gelangweilt bis desinteressiert. Nur wenige die realisiert hatten das hier irgendetwas "anders" läuft als gewohnt fragten nach und waren dann auch sehr interessiert.

Auch das Gespräch mit einem der Betreiber der im Museum installierten LGB Anlage ("bei euch läuft ja nichts, die Leute wollen Züge fahren sehen" etc., etc.) brachte uns zu dem Schluß, falls wir die Veranstaltung wiederholen das Museum zu bitten hier keine "Modellbahnausstellung" zu bewerben sondern die "Vorführung einer historischen Betriebsform". Damit kann sich dann im Nachhinein kein Besucher beschweren....

Geld verdienen kann man damit natürlich nicht, für ein ernstzunehmendes Museum ist es aber der seriösere Ansatz.

Viele Grüße:
Stefan

JBS Offline




Beiträge: 141

18.06.2016 14:47
#5 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Moin,

diese Ausstellungsanlage ist etwa 15 Autominuten entfernt von meinem Zuhause und als sie eröffnet wurde, waren meine Jungs gerade im Kindergarten/Grundschulalter. Jedenfalls waren wir mehrfach dort und es hat den beiden (und mir) durchaus Spaß gemacht und dafür sind diese Dinger doch in erster Linie gedacht. Für MAPUDianer ist das natürlich nix ;-) und langfristige Begeisterung für das Hobby Modellbahn in welcher Form auch immer ist leider auch nicht entstanden.
Viele Grüße,
Johann

http://null.4jbs.de

OOK Offline




Beiträge: 3.657

19.06.2016 11:01
#6 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Zitat von wjk im Beitrag #2
Vielleicht gibt es irgendwann ein Ausstellungsgebilde, das auf die Eisenbahn als pseudo-verbindendes Element verzichtet und statt dessen Autobahnkreuze oder Flughäfen einsetzt.

Zitat von STBR im Beitrag #4
Zu Wjk: Das System "Eisenbahn" oder "Modellbahn" scheint so tief im allgemeinen Bewusstsein verankert zu sein daß es nach wie vor Publikum anzieht. Eine "Modellautobahnausstellung", die ja heute leicht zu realisieren wäre, scheinbar nicht.

Es ist also wohl tatsächlich so, dass die Modelleisenbahn als Publikumsmagnet und Lockmittel (noch?) gebraucht wird, dann aber, wenn der Lockung stattgegeben worden ist, gasrnicht mehr so interessant ist. Wolfgang sprach von "pseudo-verbindenem Element". Das ist scharfäugig gesehen, und wir hauptamtlichen Modellbahner müssen schauen, nicht gekränkt zu sein.

Gerade merke ich, dass ich/wir vom eigentichen Thema etwas abgedriftet sind zu der Frage, welche Funktion Schauanlagen haben und welchen Stellenwert dort die Modellbahn hat. Die Ursprungsfrage aber war die, welche Ausstattung und Details wen anziehen. Letztlich lässt sich das wohl nicht entmischen, weshalb ich hier nur versuchen will, mich wieder mehr der Ursprungsfrage anzunähern.

Der Bericht im EJ umfasst elf Seiten. Die meist großformatigen (bis 2/1 Seiten) Fotos zeigen fast alle viel Eisenbahn, aber eine Doppelseite kommt gänzlich ohne diese aus. Hier geht es um ein Feuerwerk, ein "Spontankonzert mit Hundechor beim Straßenfest", um den schon erwähnten Kleingärtner auf der Flucht vor dem Wildschwein, um Bergsteiger mit Seil an steiler Felswand, um einen riesigen Schrebergarten mit hunderten von blühenden Blumen, um das auch schon erwähnte Punkerfest und - last not least - um die "lebensnahe Pipi-Schlange vor den wie immer viel zu wenigen Chemo-Klos beim Dampflokfest".

Wiewohl ich meine, im Text von Markus Tiedtke hier und da einen leicht ironischen Unterton zu bemerken (der Amerikaner würde sagen "tongue in cheek"), zeugt die Breite der Darstellung dieser "liebevollen Details" doch davon, dass ein hochgradiges Interese daran bei der Leserschaft einer Eisenbahn-/Modellbahn-Fachzeitschrift erwartet wird.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

hmmueller Offline



Beiträge: 195

19.06.2016 13:26
#7 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Ich geh hier einen Moment ganz weit off-topic, aber komm gleich wieder zurück: Wieso gehen Leute in Konzerte, und was erfreut sie dort? Als - ein wenig & Hobby- - Komponist, Arrangeur, Bandmitglied weiß ich, dass die Interessen und das Fachwissen der Musiker weit weg sind von dem, was Zuhörer wollen: Praktisch niemand von den Zuhörern - auch die, die Instrumente spielen! - interessiert sich für Harmonien, Formenlehre, Instrumentation und was man sonst so braucht, um ein Musikstück auf die Füße zu stellen. Was sie interessiert, sind vor allem die "Muster aus ihrer Jugend" - seien es Textstücke, Melodiebrocken, Rhythmus-Feeling (aber nicht ein konkreter Rhythmus); und außerdem lassen sie sich praktisch immer von jahrhundertelaten "Tricks" verführen, wie bestimmten Steigerungen zum Schluss usw.

Mir scheint es bei der Modellbahnerei genau so zu sein: Der "rationale Zugang" - sei es wie hier im MAPUD bzgl. Betrieb, sei's es in Technik-getriebenen Gruppen oder von mir auch aus bei "Nietenzählern" - hat praktisch keine Überlappung mit dem "emotionalen Zugang" von Leuten, die sich da in "heiler Welt", "Suchspielen", "Jugenderinnerungen" (wie falsch auch immer - z.T. wohl auch "hätte ich nur damals ...") usw. wohlfühlen wollen.

(Und wenn's um Sicherungsanlagen geht, dann merke ich, dass man im deutschsprachigen Raum maximal eine Handvoll Leute dazu bringt, sich an den dahinterliegenden Funktionen denkend und - mehr oder weniger tief - schürfend zu erfreuen. Die meisten anderen, auch fachlich beschlagenen Eisenbahnfreunde bringt ein Formsignal häufig nur dazu, in der Nähe eine Dampflok zu suchen. Hier ist also die Anzahl derer, die sich damit auseinandersetzen wollen, noch viel kleiner ...).

... "ist halt so", ist meine einzige Erklärung.

H.M.

Solwac Offline



Beiträge: 51

19.06.2016 18:46
#8 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

"Einfach" nur viel Landschaft und ein paar fahrende Züge hat natürlich Vorteile für eine Schauanlage. Der ständige Ausbau an Details gibt Wiederholungsguckern etwas zu entdecken und viele Zuschauer bewundern einfach die Größe des Objekts. Dabei ist die Jetztzeit natürlich geeignet um dem Zuschauer den Vergleich mit dem Vorbild zu ermöglichen. Etwas Blinkiblink und dazu noch das Faller Car-System und die große Überzahl an LKW und Bussen fallen nicht auf, da die PKW im Stau stehen.

Warum aber spricht so etwas nicht uns an und umgekehrt, warum finden es viele Zuschauer langweilig einem Fahrplanbetrieb zuzusehen, der auf der Nebenbahn eben nicht Züge im Blockabstand fährt?

Zumindest mir fehlt der Betrieb, d.h. die Bewältigung selbstgesetzter Aufgaben für fiktive Transportbedürfnisse. Und das bedeutet mehr als nur Reisezüge, die am Bahnsteig halten und kurz darauf weiter fahren und durchfahrende Güterzüge. Aber ohne tiefer gehende Kenntnisse, wie wird der Sinn und Zweck der Bewegung einer Lok über ein Nebengleis eingeschätzt? Oder welcher Zuschauer kann den Rangierbewegungen folgen, wenn nicht deutlich ein Wagen an eine offenbar passende Ladestelle bewegt wird?

Helfen könnte hier eine Erklärung solcher Vorgänge. Aber die paar Schauanlagen mit Kommentator, die ich kenne, haben dann lieber den Rheingold vorgestellt, der mit einer Dampflok am Bahnsteig gegenüber einer (damals hochmodernen) 120 hält. Oder der lange Heinrich begegnet einem 420 in den Farben der Münchner S-Bahn. Fahrten auf Nebengleisen werden da meist vernachlässigt oder zumindest ohne echten Inhalt begleitet.

Vor einigen Jahren gab es in Dortmund eine Modulanlage, da wurde im nicht zu großen Kopfbahnhof mit zwei Leuten gearbeitet. Einer kam jeweils mit einem Zug und begleitete den Gegenzug weg und einer rangierte im Bahnhof. Der erklärte auch was er da tat, wann ein Reisezug am Bahnsteig warten sollte und wann das Abstellgleis aufgesucht wurde. Ebenso wurden die Güterwagen in zwei verschiedene Richtungen zusammen rangiert, nur ein Teil der Loks fuhr ins kleine BW (die Vorräte mussten halt nicht immer ergänzt werden) und der eine Gleisanschluss musste nicht ständig bedient werden. Diese Erklärungen in Verbindung mit dem sichtbaren Bildfahrplan und telefonisch durchgegebenen Änderungen erlaubten vielen Zuschauern etwas Verständnis für den Aufwand in Epoche 3. Ich amüsiere mich heute noch über die Begeisterung und die Fragen eines etwa 10-jährigen Jungen, während der Vater schon weiter wollte.

Dieses System Eisenbahn ist für viele einfach nicht leicht zu erfassen, da die Modellbahnindustrie zu wenig Infos unter die Kunden bringt und der Einstieg über andere Kanäle auch nicht leicht ist. Wo früher insgesamt zu wenig Informationen verfügbar waren (außer für Eisenbahner, die ihren Beruf natürlich kannten), gibt es heute Probleme für Neulinge aus der Vielzahl von Infos etwas zu destillieren.

Gilpin Offline




Beiträge: 827

19.06.2016 22:28
#9 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Hallo zusammen und H.M. im besonderen,

es gibt zumindest vom Anspruch ("Vergessen Sie, was Sie über ... Wunderländer wissen", heißt's im Faltblatt) her ein Gegenbeispiel: Die "Modellbundesbahn" in Bad Driburg. Ich habe diesen leider nie prüfen können, Bad Driburg liegt für mich ziemlich weit abseits.

Motto ist zunächst: "Hier fahren Züge ... durch täuschend echt wirkende Landschaften" oder "Mit Rangierbetrieb im historischen Güterbahnhof Bad Driburg". Einige Anlagenfotos weisen durchaus in diese Richtung. Aber: dann kommen Sprechblasen wie "Neu: Action auf Knopfdruck" und "Besonders beliebt ist die Tag- und Nachtsimulation. Alle 20 Minuten..." Aus einem Modellbahnpressebericht meine ich mich zu erinnern, dass die weitere Entwicklung der Schauanlage eher in letztere Richtung gegangen zu sein scheint. Die Website der Schau http://modellbundesbahn.de zeigt – neben ernsthaften Szenen, die den ursprünglichen Anspruch belegen – unglaublich blöde Hingucker.

Weil das eine Tendenz zu sein scheint, vermute ich da einfach einen gewissen Publikumsdruck in diese Richtung. Für uns "fachlich beschlagene Eisenbahnfreunde" müsste das ja nicht viel heißen – einfach nicht da hin gucken, auf den eigentlichen Bahnbetrieb konzentrieren! Und für den etwas naiveren Besucher braucht es einfach detailliertere Erklärungen; über Kopfhörer wie in vielen Museen auch...?

Zuguterletzt: sind nicht auch wir vor

Zitat von hmmueller im Beitrag #7
"Jugenderinnerungen"
nicht gefeit? Ich will zwar nicht die Anlage meiner Kindheit nachbauen, den "vorbildgerechten Betrieb" der Epochen 3 und 4 aber schon!

Ziemlich OT, aber so ganz knapp passt's ja noch:

Wenn man am vorderen Rand einer PAN-Anlage steht, und das können Schauanlagen ja auch (mit etwas größerer Tiefe...) sein, sind Lichtsignale nicht so besonders sinnfällig: man muss sich quasi in die Anlage hinein beugen und den Kopf drehen, um das Signalbild zu sehen – da sind Flügelsignale doch leichter zu erkennen. Vor Jahrmillionen gab es einen MIBA-Beitrag, der vorschlug, Signalbilder ober- oder unterhalb der Anlage für den Betrachter gut lesbar darzustellen und womöglich auf die Ausleuchtung der eigentlichen Lichtsignale zu verzichten... - diese Idee teile ich nicht, aber immerhin.

Schönen Sonntag noch,
Gilpin

Friedrich aus O Offline



Beiträge: 38

20.06.2016 08:37
#10 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Moin Leute

Um überhaupt solche Anlagen zu betreiben muss zumindest ein Null-Summenspiel dabei herauskommen. Weil das so ist müssen alle von Euch genannten „Negativ- Beispiele“ vorhanden sein. Der „normale“ Besucher ist nicht Mitglied hier im Forum, interessiert sich nicht für Betriebsabläufe der guten alten Bahn, sondern will einfach nur unterhalten werden, seine Kinder besser sogar Enkel suchen die „Ereignisse“ und den Straßenverkehr verstehen sie besser. Ein einzeln fahrender LKW kann man besser verfolgen wie einen Zug. Züge will man fahren sehen, sofern der Betrachter älter ist, träumt er wie früher von der Weihnachtsanlage.
Wollte man rangieren und Betrieb nachstellen, bräuchte man auch zusätzliches Personal, dass immer (auch wenn nur zwei zahlende Gäste anwesend sind) vor Ort ist.
Bevor wir hier also weiterhin von Anlagen träumen die kommerziell nach unseren Gesichtspunkten betrieben werden, sollten wir mal darüber nachdenken, wen wir denn damit in die Halle locken wollen. Wir sind und bleiben eine Randerscheinung! Und werden das auch bleiben. Manchmal vergessen wir das …
In diesem Sinne
Friedrich
PS: Die sogenannte Modell Bundesbahn Anlage Bad Driburg habe ich mir angesehen und fand sie gut und betrachtenswert. War mehrere Stunden dort (ohne Enkel) Vielleicht waren meine Erwartungen auch nicht so hoch.

OOK Offline




Beiträge: 3.657

20.06.2016 13:47
#11 RE: Nördlich von MIWULA ... antworten

Zitat von Friedrich aus O im Beitrag #10
Bevor wir hier also weiterhin von Anlagen träumen die kommerziell nach unseren Gesichtspunkten betrieben werden, sollten wir mal darüber nachdenken, wen wir denn damit in die Halle locken wollen.
Also ich träume definitiv nicht von einer solchen Ausstellungsanlage, auf der ein Betrieb veranstaltet wird, wie wir/ich ihn wünschen/machen. Rangieren ist spannend, wenn man selber involviert ist, aber ziemlich langweilig beim Zuschauen, das geht sogar mir so.

Zitat
Wir sind und bleiben eine Randerscheinung! Und werden das auch bleiben. Manchmal vergessen wir das …

Nein, auch das vergesse ich nicht. Ich bin eine Randerscheinung - und gedenke es zu bleiben.
Was ich mir schon vorstellen könnte, wäre eine Modellbahnanlage, die modernen Zugverkehr zeigt, vielleicht das Flügeln von ICEs und FLIRTs inbegriffen, das Überholen von Güterzügen durch schnellfahrende Züge etc., eventuell noch das Bedienen eines großen Werkes in einer Awanst, fertig. Das Ganze mit ein wenig erklärendem Kommentar. Und mit weniger Kitsch und Brimborium. Die Eisenbahn nicht als verbindendes Element, sondern als Zentrum des Ganzen.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/

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