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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 21 Antworten
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 II.6. Planungsdetails unabhängig vom Gesamtplan
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Gilpin Offline




Beiträge: 1.456

12.06.2016 10:23
#16 RE: Die FGE bei google-Maps Antworten

Hallo Hartmut,

ich habe bei Wolf, Bd. 4* mal nachgeschlagen, um zu den Anschlüssen, insb. zu den Gebäuden mehr zu erfahren – nicht soo ergiebig, weil einfach schon lange her. Die abgebildeten Züge waren aber länger als gedacht! Für mich ein Sensatiönchen: eine Abbildung der Jung-Lok 4 mit einem uralten Güterzugbegleitwagen (Pw 102; ich nehme aber nicht an, dass da noch ernsthaft Stückgut versandt wurde).

Für mich wirft das eine Frage auf: Wer kuppelte und entkuppelte eigentlich bei den von Dir so schön beschriebenen Zustellungen? Ein Rangierer, der in dem Pw mitfuhr? Und nach Weglassung des Pw der Lokführer? Immerhin ist Kuppeln ein äußerst sicherheitsrelevanter Vorgang, den ich nicht gern einem Nichteisenbahner überlassen wissen möchte. Und sicher auch für "Buch geplant über..." interessant.

Mit freundlichem Gruß,
Gilpin

* Gerd Wolf: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 4: Nordrhei-Westfalen Südlicher Teil, Freiburg 1997: EK-Verlag

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

12.06.2016 12:53
#17 Personal- und Packwageneinsatz bei der FGE Antworten

Moinsen Gilpin und Rest,

im Packwagen fuhr die Zugmannschaft mit; das Stückgut "reiste" in eigenen Wagen, überwiegend diversen G.

Zu meiner Zeit (1986 - 1989) bestand das Zugpersonal in der Regel aus Lokführer, Zugführer (Rangierleiter)
und Schaffner (Rangierer). Insbesondere die alten Herren legten grossen Wert auf die Bezeichnung "Zugführer".
Selbiger erledigte den gesamten Schreibkram (Wagenliste, Fahrtbericht, Bremszettel), der Schaffner war der
"Kuppelknecht"...
Die "Altvorderen" (die Rangierpersonale waren Mitte der 1980er alles Herren Mitte 50, Anfang 60) rangierten in
UNIFORM!! Mit Schirmmütze und teilweise Krawatte... Heute nicht mehr vorstellbar.
Ich erinnere mich noch gut an den Aufstand, als orange Schutzkleidung aufkam: "Ich bin Eisenbahner, kein Müllkutscher"
war ein oft und gerne benutztes Argument, den eigenen Stand zu erklären.

Bei Zweizugbetrieb fuhren wir auch zu zweit: Lokführer und Zugführer. Dann durfte der Zugführer zusätzlich auch
die Kuppelage erledigen. Als Lokführer hatten wir nur zu Fahren und waren zudem für die Loktechnik zuständig.
Ab und zu die Lok An oder Abhängen war das Äusserste!!

Die Pw fielen bei den Abteilungen der Siegener Kreisbahn mit Ablauf der Fristen spätestens Ende der 1970er weg,
danach fuhr das Zugbegleitpersonal im Führerstand der Loks mit.

Beim Pw 102 handelt es sich richtigerweise um den Pwi 102 II. Baujahr 1902. Erste Bahn war die Kleinbahn Höchst-Königstein,
wo er unter der Nummer Gm 104 lief. Im Jahr 1913 wurde er dort zum Pwi umgebaut und kam 1925 in den Freien Grund.
Die Abstellung erfolgte 1968, die Ausmusterung erst 1974. Die Siegener Kreisbahn gab ihn dann mit weiteren Wagen
an die DGEG ab. Er steht als "Barwagen" auf dem "Kuckucksbähnel" weiterhin im Einsatz.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Pfalzbahn Offline




Beiträge: 1.911

12.06.2016 13:14
#18 RE: Personal- und Packwageneinsatz bei der FGE Antworten

Zitat von hwunderlich im Beitrag #17
Er steht als "Barwagen" auf dem "Kuckucksbähnel" weiterhin im Einsatz.

So ein Zufall, habe gerade gestern ein Schörlche in ihm getrunken! ;-)

Prost Hubert

"Sir, we are surrounded!" - "Perfect, so now we can attack in every direction!"

Gilpin Offline




Beiträge: 1.456

12.06.2016 14:01
#19 RE: Personal- und Packwageneinsatz bei der FGE Antworten

Hi Ihr beiden,

Ich werd' verrückt, wie sich plötzlich zwei völlig unterschiedliche Themen überlappen! Und natürlich kommt ein drittes hinzu: die Uniformen und Warnkleidungen der Eisenbahner als zeitliches Ident-Element.

Schönen Sonntag,
Gilpin

Boscho Offline




Beiträge: 312

13.06.2016 09:34
#20 Literaturtipps und so Antworten

Moin!

Zur Freien Grunder Eisenbahn gibt es von den Herren Löttgers, Moll, Reutter und Trippe eine Monographie, die in meinen Augen eine der besten ist die ich je in die Hände bekam: Löttgers, Rolf / Moll, Gerhard / Reuter, Friedrich / Trippe, Henning: Die Freien Grunder Eisenbahn Siegen: Vorländer, 2013, EUR 39,80.

In den 1980ern herrschte auf der FGE bereits recht einseitig Verkehr, wie von Hartmut ja schon dargestellt. Sehr viel interessanter und vielseitiger muss der Verkehr in den 1920er Jahren gewesen sein. Da ging die Strecke auch noch bis Unterwilden und Erz aus mehreren Zechen wurde abgefahren, mit entsprechend dichter Zugfolge. Personenverkehr spielte dabei immer eine absolut untergeordnete Rolle. Sehr detaillierte Schilderungen den Verkehr und die Verkehrsentwicklung betreffend finden sich in o.g. Buch.

Die FGE ist definitiv ein hochinteressantes Thema. Ich gehe da schon lange mit schwanger, speziell mit zwei Motiven. Das ist zum einen der Abschnitt von Struthütten bis Neunkirchen Nord (mit den Anschlüssen Schreiber, Capito I, Hansawerk, Capito II - vorm. Weserhütte -, Grube Knappschaftsglück und einem weiteren Ladegleis zwecks Erzversand der Altenseelbacher Gruben. Und dann zum Zweiten noch der Endbahnhof Unterwilden, samt Anschlussbahn zur Grube Bautenberg (mit Spitzkehre!)

Zum Bahnhof Unterwilden ein schöner Link auf eine Veröffentlichung der DME: http://www.museumseisenbahn.de/images/de...unterwilden.pdf

Der Reiz liegt - speziell in den 1920er Jahren - in der großen Zahl der Zugbewegungen bei gleichzeitig hoher Menge an Einzelwagenverkehr. Erz-"Ganzzüge" gab es offenbar mehrmals täglich, vor allen Dingen vom Pfannenberg und vom Bautenberg her. Die Länge der Züge war aber mit rund zehn Zweiachsern absolut überschaubar. Ein ideales Modellbahnthema, wie ich finde.

Grüße!
B.

hwunderlich Offline




Beiträge: 576

13.06.2016 17:12
#21 RE: Literaturtipps und so Antworten

Moinsen Allerseits,

das "blaue Buch" zur FGE ist mir bekannt und steht natürlich auch bei mir im Schrank. Diese Trilogie (eigentlich
sind es ja 4 Bücher) zu den privaten Bahnen im Siegerland, die unter der Regie des Heimatvereins vom genannten
Quartett um den leider im letzten Jahr verstorbenen Gerhard Moll entstanden ist, legen die Messlatte an solche
Bücher sehr, sehr hoch .

Fürwahr, die Zeit Mitte der 1930er ist mit Sicherheit die spannendste in der Geschichte der kleinen Eisenbahn im
Freien Grund. Zumal der Fuhrpark mit 3 (baugleichen) Dampfloks und einer handvoll eigener Personenwagen recht
überschaubar ist. Ansonsten beherrschen ja Wagen der Staatsbahn das Bild.

Meine Überlegungen zur Nachbildung im Modell gingen seinerzeit vom Endbahnhof Unterwilden mit Bautenberg aus und
liessen die beiden Abgänge der Abzweigstelle Pfannenberg ins "Schattenreich" verschwinden. So wären 1 Bahnhof
und "zweieinhalb" Gruben dargestellt und ein grosser Teil des Verkehrs hätte nachgespielt werden können. Ich habe
das aber dann Mitte der 1990er nicht weiter verfolgt...

@ Boscho: Du meinst sicherlich den Abschnitt Struthütten - Neunkirchen Nord, denn dort waren die von Dir benannten
Anschliesser angesiedelt.

Grüsse aus Höchst am Main

Hartmut

Boscho Offline




Beiträge: 312

13.06.2016 20:20
#22 RE: Literaturtipps und so Antworten

Danke für den Hinweis - jetzt steht Struthütten da und nicht mehr Salchendorf.

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