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Modellbahnanlagen
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Dieses Thema hat 32 Antworten
und wurde 4.181 mal aufgerufen
 III.1. Konzeptionelle Grundüberlegungen
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OOK Offline




Beiträge: 4.090

23.04.2017 12:28
#31 RE: Gute Radien, schlechte Radien, Mindestradien antworten

Zitat von Kabees240 im Beitrag #25
Überall Kompromisse, aber gerade bei den Radien sollen die nicht möglich sein?

Zitat von eiltriebwagen im Beitrag #30
Wenn man eine Kleinbahn oder Lokalbahn mit einem im Original Mindestradius von 180 Metern nachbilden möchte, gilt 1:1 etwa 2,1 Meter Radius. Das ist für eine Heimanlage in der Regel undiskutabel. Einfünftel des Vorbildradius wäre 42 cm. Eine T3 mit wenigen Zweiachsern könnte m. E. bei entsprechender Gestaltung der Strecke durchaus vorbildähnlich wirken.

Nimmt man eine Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke der Epoche 5/6 als Vorbild, läge der Mindestradius im Original bei knapp vier Kilometern, in H0 bei ca. 45 Metern und auf 1/5 zusammengeschrumpft immer noch bei neun Metern und damit nicht einmal für eine Turnhalle geeignet.

Beides meiner Ansicht nach sehr zielführende Beiträge. Ich gehöre auch nicht zu den Radius-Fetischisten, obwohl ich natürlich auch stets den für die gegebenen Verhältnisse größten Radius anstrebe.
Auch der größte Radius, den wir realisieren können, liegt unterhalb umgerechneten Vorbildradien. Aber unsere Augen haben ja gelernt, damit umzugehen. Ich habe auf meiner 0m-Anlage auf der Hauptstrecke einen Minimalradius von 100 cm, das wären also umgerechnet 45 m. Gibt es bei Meterspurbahnen durchaus. Aber der Minimalradius meiner Vorbildbahnen im Harz war und ist 60 m, das wären in meinem Maßstab 133 cm. Und die habe ich auch an einer Stelle realisiert (Eselsschlucht). Der Effekt ist interessant: Während ein 60m-Radius beim Vorbild enorm eng aussieht, wirkt der 133cm-Radius auf der Anlage mächtig groß. (Das hat vermutlich was mit Albert Einsein zu tun.)

Und noch ein Wort zur Kehrkurve am Ende einer Zunge. Ich habe eine solche Zunge, an deren Ende die Strecke mit dem erwähnten Meterradius um 180° kehrt. Da man das nicht aus der Entfernung betrachten kann, sondern beim walk-around immer nur aus unmittelbarer Nähe (Gangbreite ca. 70cm), sieht man immer nur einen kurzen Ausschnitt dieser Kurve. Dabei ist kein einziger Zentimeter kaschiert, wenn man mal vom kurzen Einschnitt am Achtermannstor absieht. Von irgendeiner verheerenden Wirkung kann da überhaupt keine Rede sein. Allerdings habe ich auch Fahrzeuge, die auf dem Radius noch keine 45°-Winkel zueinander bilden.

OOK
http://ferrook-aril.jimdo.com/
www.0m-Blog.de

HFy Offline



Beiträge: 487

23.04.2017 15:08
#32 RE: Gute Radien, schlechte Radien, Mindestradien antworten

Nun sehen wir Gleisanlagen des Vorbilds seltener aus Blickwinkeln, bei denen wir den Halbmesser einer Kurve oder ihren Winkel halbwegs abschätzen können. Wir müßten schon von einem Berg, einem hohen Gebäude oder einem Luftfahrzeug herabblicken (oder uns die Situation auf google maps anschauen). Dasselbe gilt von der Länge der Bahnhofsgleise. Die Radien von Straßenbahnen und Schmalspurbahnen können wir sowieso oft genug maßstäblich nachbilden, und mit zwei- oder dreiachsigen Fahrzeugen und passenden Lokomotiven auf der Normalspur haben wir auch noch einigen Spielraum nach unten. Die Schwierigkeiten haben wir mit vierachsigen Wagen und Hauptbahnlokomotiven. Zwar wir kaum jemand den Radius einer Kurve auf der Modellbahn ohne weiteres angeben können, aber wenn die Faltenbälge auseinanderklaffen, die Schienen neben den Fahrzeugen hervorschauen und parallele Gleise einen Abstand haben müssen, dass beim Vorbild noch ein drittes dazwischen passen würde, dann erkennt man auf den ersten Blick, dass da etwas nicht stimmt. Wie schon erwähnt, fällt so etwas umso mehr ins Auge, wenn man die Kurve von außen sieht. Da Streckenlänge ja kein Selbstzweck ist, kann es sinnvoll sein, die Kurven am Ende von Zungen wegzutarnen, damit sich der Rheingold nicht um eine Kurve zwängen muß, auf der alles Größere als eine V 100 mit dreiachsigen Umbauwagen unbeholfen aussieht.

Herbert

Klaus Weibezahn Offline



Beiträge: 49

11.08.2017 00:57
#33 RE: Gute Radien, schlechte Radien, Mindestradien antworten

Als Maschinenbauingenieur schaut man sich gerade die Dampfloks (ich kenne sie noch aus dem Regelbetrieb) schon mal genauer an ...
Rahmenbreite ist dort i. d. R. eine direkte Funktion des Mindestradius und der Radbreite. Bei 'ner 1:1 T3 kann man seine Hand kaum zwischen Spurkranz und Rahmen dazwischenklemmen ... bei den vergrößerten Modellen sehr wohl. Das die Zylinderblöcke zu weit aussen sitzen und damit der ganze Fahrwerksbereich vieler Industriemodelle in meinen Augen eher wie eine Karikatur daherkommt ... ich mache ja auch bei Normalspur H0pur ... damit hat sich das weitgehend erledigt ... ist aber sehr aufwendig ... aber wem erzähle ich das.

Dieselloks oder Triebwagen haben diese Problematik auch, aber da sitzen einfach die Drehgestellblenden bzw. die Radlager etwas weiter aussen und das fällt viel weniger auf.

Auch die Vorbildbahner "knüppelten" ihre Dampfloks allerdings oft durch zu kleine Radien ... dann laufen halt die Spurkränze schneller scharf mit dem Resultat des öfteren Aufenthalts im AW oder vermehrter Entgleisungen.

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